Das sagte Ionut Lazar, Analyst beim auf Metalle spezialisierten Beratungshaus CRU in London: "Es wird bei vielen seltenen Erden Jahre brauchen, bis die Nachfrage mithilfe neuer Projekte außerhalb Chinas gedeckt werden kann." Die Volksrepublik kontrolliert 97 Prozent des Welthandels und fährt die Exporte sukzessive zurück. Seltene Erden werden für viele Hightechprodukte wie Elektromotoren oder Plasmabildschirme benötigt.
Weltweit sind Unternehmen in Aufruhr, weil China Japan nicht mehr mit seltenen Erden beliefert. Auslöser des seit Ende September währenden Exportstopps war ein Streit zwischen Peking und Tokio über Hoheitsrechte im Ostchinesischen Meer. Peking bestreitet, dass eine Exportsperre existiert.
Beobachter befürchten jedoch eine weitere Reduzierung der chinesischen Exportquoten, die seit einigen Jahren für alle Abnehmer gelten. Die Preisentwicklung ist schon jetzt alarmierend: Der Preis von Ceroxid beispielsweise hat sich laut dem Datendienst Metal-Pages seit 2009 versiebenfacht.
Hinter Chinas Verhalten stecken nicht zuletzt industriepolitische Erwägungen. Das Land will nicht mehr nur Rohstoffe und Billigprodukte exportieren, sondern in der Wertschöpfungskette nach oben rücken. Dass die seltenen Erden sich nun auf dem Weltmarkt weiter verknappen, könnte dazu führen, dass Hightechunternehmen weitere Standorte nach China verlagern.
"Die Einführung der chinesischen Exportquoten stellt prinzipiell kein Problem für den Endkunden dar, ist allerdings eine Herausforderung für die Industrie. Sie ist auf eine verlässliche Rohstoffversorgung ohne Preisverzerrungen angewiesen", sagte Luis Tercero, Rohstoffexperte am Karlsruher Forschungsinstitut Fraunhofer ISI.
Teil 2: Klage gegen China erwogen