12 Januar 1998 Jürgen E. Schrempp, Vorsitzender des Vorstands der Daimler-Benz AG, nimmt anlässlich der North American International Auto Show in Detroit mit Robert J. Eaton, dem Vorstandsvorsitzenden der Chrysler Corporation, Kontakt auf und schlägt einen Zusammenschluss vor.
6. Mai 1998 Unterzeichnung des Fusionsvertrages in London
7. Mai 1998 Weltweite Bekanntgabe des Zusammenschlusses: Daimler-Benz und Chrysler schließen sich zu einem weltweiten Automobil-, Transport- und Dienstleistungsunternehmen zusammen.
18. September 1998 Chrysler-Aktionäre stimmen dem Zusammenschluss mit 97,5 Prozent, Daimler-Benz-Aktionäre mit 99,9 Prozent zu.
17. November 1998 "Day One": DaimlerChrysler-Aktien werden weltweit unter dem Ticker-Symbol DCX an den Börsen gehandelt.
27. März 2000 DaimlerChrysler steigt beim japanischen Auto- und Lastwagenbauer Mitsubishi Motors ein, beteiligt sich jedoch nicht an den Schulden. DaimlerChrysler zahlt im Rahmen einer Kapitalerhöhung für die Beteiligung 2,1 Mrd. Euro.
28. Juli 2000 DaimlerChrysler und Mitsubishi besiegeln ihre Zusammenarbeit vertraglich. Der Stuttgarter Autokonzern übernimmt zunächst 34 Prozent der Anteile an Mitsubishi Motors.
16. November 2000 Entgegen früheren positiven Prognosen gibt DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp für das dritte Quartal 2000 einen Verlust von umgerechnet 1 Mrd. DM (500 Mio. Euro) für die US-Automarke bekannt. Das schlechte Quartalsergebnis führt zu Konsequenzen im Spitzenmanagement der US-Gesellschaft. Chrysler-Chef Jim Holden muss seinen Posten für das deutsche Vorstandsmitglied Dieter Zetsche räumen. Weitere amerikanische Manager werden entlassen.
27. November 2000 DaimlerChrysler-Großaktionär Kirk Kerkorian klagt gegen den Konzern auf Schadenersatz in Höhe von umgerechnet rund 18 Mrd. DM. Hintergrund sind der anhaltend schwache Aktienkurs (Tiefstand 42,70 Euro) und der Austausch von Spitzenmanagern. Mit der Klage wirft der Aktionär Schrempp vor, den Zusammenschluss der Unternehmen 1998 fälschlicherweise als "Fusion von Gleichen" bezeichnet zu haben.
28. November 2000 Nach der Milliardenklage ziehen weitere Anleger vor Gericht. Eine Anwaltskanzlei reicht im Namen aller Chrysler-Aktionäre eine Sammelklage ein, die ihre Papiere im Zuge der deutsch-amerikanischen Fusion verkauften. Wenige Tage später werden weitere Sammelklagen eingereicht. Der Vorwurf: Wertpapierbetrug.
2. Dezember 2000 Schrempp weist Forderungen nach einer Trennung des Automobilkonzerns von der Chrysler Group zurück. Zuvor hatte Chrysler wegen der Absatzprobleme angekündigt, in mehreren der zwölf Fabriken in den USA und Kanada wochenweise die Produktion auszusetzen, um Lagerbestände abzubauen.
5. Januar 2001 Angesichts der Schwäche des US-Automarktes und der schwierigen Lage der US-Konjunktur kündigt Chrysler für das erste Quartal 2001 einen drastischen Rückgang der Automobilproduktion um 26 Prozent unter den entsprechenden Vorjahreswert an. Bis zum März sollen nur noch 678.000 Fahrzeuge gebaut werden.
29. Januar 2001 Der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche kündigt in Detroit einen massiven Stellenabbau und Werksschließungen bei dem angeschlagenen amerikanischen Konzernteil an. Mit 26.000 Mitarbeitern soll in den nächsten drei Jahren jeder fünfte Beschäftigte von der Sanierung betroffen sein. Sechs Fabriken sollen bis 2002 stillgelegt werden. Das Unternehmen erwartet auch für das vierte Quartal 2000 einen Verlust von umgerechnet insgesamt 2,7 Mrd. DM.
26. Februar 2001 DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp kündigt an, dass der Konzern durch die teure Sanierung bei Chrysler und Mitsubishi in die roten Zahlen rutschen wird.
27. März 2002 DaimlerChrysler-Manager Rolf Eckrodt wird neuer Mitsubishi-Präsident. Damit rückt erstmals ein Deutscher an die Spitze eines japanischen Großkonzerns.
31. März 2003 Die Sanierung scheint Früchte zu tragen: Mitsubishi schließt das Geschäftsjahr 2002/03 mit einem Rekordgewinn von 37 Mrd. Yen (270 Mio. Euro). Der Umsatz steigt erstmals sei fünf Jahren, für das nächste Jahr werden weitere Zuwächse angekündigt.
24. Juli 2003 Ein Umsatzeinbruch von 35 Prozent auf dem wichtigen US-Markt macht die Hoffnungen auf ein gutes Jahr schnell zunichte. Für das erste Geschäftshalbjahr wird ein Verlust angekündigt. Das Problem sind vor allem die hohen Rabatte im Zuge der Preisschlacht mit amerikanischen Herstellern. Mitsubishi hat zudem massive Schwierigkeiten, Kreditrückzahlungen von US-Konsumenten einzutreiben.
18. Oktober 2003 "Die Genesung verzögert sich", muss Eckrodt eingestehen. Eine finanzielle Unterstützung der Gesellschafter wäre willkommen, sagt er in einem Interview.
19. Februar 2004 Mitsubishi Motors räumt ein, dass der Verlust im Geschäftsjahr 2003/2004 mit 72 Mrd. Yen (530 Mio. Euro) deutlich höher ausfallen wird als die zuvor vorausgesagten 11 Mrd. Yen.
7. April 2004 Schrempp schlägt auf der Hauptversammlung des Autokonzerns massive Kritik der Aktionäre entgegen. Eines der Reizthemen ist die prekäre Lage beim japanischen Partner. Schrempp erklärt, man prüfe alle Optionen.
23. April 2004 DaimlerChrysler verkündet den Ausstieg bei Mitsubishi.
12. Februar 2005 Schrempp räumt massive Verluste bei der Mercedes-Kleinwagentochter Smart ein. Die Marke hat im Jahr 2004 600 Mio. Euro Verlust gemacht. Insgesamt belaufen sich die Verluste von Smart damit auf 2,6 Mrd. Euro.
6. April 2005 Auf der Hauptversammlung der DaimlerChrysler-Aktionäre bekommt Schrempp die Wut der Aktionäre zu spüren. Nur eine Woche zuvor musste der Konzern 1,3 Millionen Fahrzeuge wegen Qualitätsproblemen in die Werkstätten zurückrufen. Dennoch wird der Vorstand mit großer Mehrheit entlastet.
28. Juli 2005 DaimlerChrysler kündigt an, dass Schrempp den Konzern noch im laufenden Jahr verlassen wird. Nachfolger des Managers an der Spitze des DaimlerChrysler-Konzerns wird Dieter Zetsche, dessen Posten als Chef der Chrysler Group vom Amerikaner Thomas LaSorda übernommen wird.