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Merken   Drucken   21.06.2011, 16:17 Schriftgröße: AAA

Comacs C919: Chinesen belauern Boeing und Airbus

Chinas Flugzeugbauer Comac tritt auf der weltgrößten Luftfahrtmesse bescheiden auf. Doch Boeing und Airbus sind alarmiert - die Tage des Duopols sind gezählt. von Gerhard Hegmann  Paris
Chinas Kampfansage an die meistverkauften Flugzeugmodelle von Airbus  und Boeing  ist versteckt platziert. Der Stand des chinesischen Flugzeugherstellers Comac auf der Pariser Luftfahrtmesse liegt in Halle 5 abseits der großen Besucherströme.
Der C919 von Comac soll in fünf Jahren regulär für Kunden fliegen   Der C919 von Comac soll in fünf Jahren regulär für Kunden fliegen
Trotzdem schauen westliche Manager vorbei und fotografieren - wie asiatische Touristen sonst Europas Sehenswürdigkeiten. Comac zeigt erstmals im Westen in einem Modell in Originalgröße den vorderen Bereich seines Zukunftsfliegers C919. Es ist das Konkurrenzmodell zum Airbus A320 und der Boeing 737. Diese Maschinen haben 100 bis 200 Sitze und machen den größten Teil des Marktes für Zivilflugzeuge aus.
Bisher hat Comac zwar erst 100 Festaufträge für seine Maschinen. "Es werden in diesem Jahr noch mehr", sagt aber Comac-Präsident Jin Zhuanglong der FTD. Auf der Messe selbst erwartet der Flugzeugkonzern keine neuen Orders, während Airbus und Boeing traditionell in hoher Frequenz Milliardenaufträge melden.
Flirt mit dem Boeing-Großkunden Ryanair
Comac sorgt auf der Messe auch ohne neue Aufträge durch eine diffuse Annäherung an den Boeing-Großkunden Ryanair für Gesprächsstoff "Sehr wahrscheinlich" werde eine Absichtserklärung über eine Zusammenarbeit mit Ryanair unterzeichnet, sagte Zhuanglong gestern.
Er lässt offen, worauf sich die Abmachung konkret bezieht. China zählt zum Kreis der Herausforderer von Airbus und Boeing. Bislang teilt das Duopol den Milliardenmarkt für größere Flugzeuge unter sich auf.
Luftfahrtmesse in Le Bourget Die spannendsten Flieger von Paris
Diese Ära geht jedoch zu Ende. Neben China drängen auch Russland, Kanada, Brasilien und Japan mit eigenen Modellen in den Markt der Flieger mit über 100 Sitzen. Experten rätseln noch, welche Rolle die neuen Rivalen letztlich haben werden. Im Jahr 2020 rechnet Louis Gallois, Chef der Airbus-Mutter EADS mit sechs statt zwei Herstellern. Doch er schränkt ein, dass nicht alle Wettbewerber die Entwicklungskosten verdienen könnten. Daher seien Partnerschaften wahrscheinlich.

Teil 2: "Die Tage des Duopols sind vorbei"

  • FTD.de, 21.06.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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