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  08.12.2009, 15:21    

Deutsche Militärtechnik: Araber interessieren sich für U-Boot-Bauer HDW

Die modernsten nichtnuklearen Unterseeboote der Welt werden in Kiel gebaut. Auf die Technologie schauen nun auch die Scheichs. Die Abu Dhabi Mar Group will wohl beim Schiffbauer HDW einsteigen - aber Ärger mit Berlin vermeiden.
Der arabische Schiffbauer Abu Dhabi Mar könnte beim zu Blohm + Voss gehörenden Kieler U-Boot-Hersteller Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) einsteigen. Im Zuge der Prüfungen beim zu ThyssenKrupp  gehörenden Werftenverbund, von dem die Araber einen Großteil kaufen wollen, sei auch über eine Minderheitsbeteiligung an HDW gesprochen worden, erfuhr die FTD aus Konzernkreisen. Allerdings befinde sich noch alles in einem sehr frühen und unkonkreten Stadium.
Im Gespräch sei eine Beteiligung von 24,9 Prozent an HDW berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Kreise der beteiligten Unternehmen. Ein Sprecher von Abu Dhabi Mar bestätigte der FTD die Gespräche. Details nannte er nicht. ThyssenKrupp wollte sich nicht dazu äußern.
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Dem Bericht zufolge ist der deutsche Stahlkonzern offen für die Avancen der Araber. Das Unternehmen wolle aber zunächst abwarten, wie die Zusammenarbeit bei den Überwasserschiffen anlaufe. HDW stellt die modernsten nichtnuklearen U-Boote der Welt her.
Mitte Oktober hatte ThyssenKrupp den Verkauf von weiteren Teilen seiner Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss an den Werftenkonzern aus dem Emirat angekündigt. Am zivilen Schiffbau erhält die teilstaatliche Abu Dhabi Mar Group 80 Prozent. Außerdem wollen die Araber mit der Hamburger Werft in einem Joint Venture gemeinsam Kriegsschiffe bauen - etwa Fregatten und Korvetten.
In dem Gemeinschaftsunternehmen im Kriegsschiffbau will ThyssenKrupp die Führung bei Aufträgen der deutschen Marine und der übrigen Nato-Länder behalten. Die Araber betreuen den Nahen Osten und Nordafrika. Dort gebe es große Nachfrage nach Kriegsschiffen, um im Meer und an Küsten gelegene Öl- und Gasfelder zu schützen.
Anders als bei den Überwasserschiffen wolle ThyssenKrupp bei den U-Booten die alleinige Führung behalten, berichtet das Blatt. Die Beteiligung liege daher knapp unter 25 Prozent, ein Mitspracherecht habe Abu Dhabi nicht. ThyssenKrupp wolle damit vor allem mögliche Bedenken der Bundesregierung schon im Vorfeld entkräften.
Das Geschäft fällt unter das Außenwirtschaftsgesetz. Berlin hatte es im April reformiert, um unliebsame Investoren aus dem Ausland von deutschen Unternehmen fernzuhalten. Bei jeder mindestens 25-prozentigen Beteiligung besitzt die Regierung ein Vetorecht. Seit 2004 müssen zudem Übernahmen von Unternehmen, die Waffen herstellen, von ihr genehmigt werden. Die Regierung kann diese ablehnen, wenn sie wesentliche Sicherheitsinteressen gefährdet sieht. Von ihren Vetorechten machte sie bisher aber noch keinen Gebrauch.
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  • FTD.de, 08.12.2009
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