Rüsselsheim, wo der Astra bislang ebenfalls gebaut wurde, soll nämlich weiterhin ausgelastet bleiben. Um das zu gewährleisten, könnte die Herstellung des Kompaktvans Zafira von Bochum nach Rüsselsheim gehen.
Das mögliche Aus für das unmodernste deutsche Opel-Werk in Bochum wäre natürlich eine schlimme Nachricht für die Beschäftigten - und ruft die Politiker auf den Plan. Letztere sollten jedoch nicht den Fehler begehen, den Beschäftigten Versprechungen für den Bestand des Werkes zu machen, notfalls mit Unterstützung von Staatsgeldern. Solidaritätsbekundungen sind sicherlich richtig, mehr aber auch nicht. Die Tatsache, dass in Nordrhein-Westfalen gerade gewählt worden ist und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft aktuell nicht so sehr auf Umfragewerte schauen muss, könnte die Debatte um die Zukunft Bochums als Opel-Standort ehrlicher machen.
Die Vergangenheit zeigt, dass Rettungsversuche der Politik meist ins Leere laufen - und den Staat, der ohnehin hoch verschuldet ist, nur unnötig viel Geld kosten. 2009 nahm die Bundesregierung für die Abwrackprämie 5 Mrd. Euro in die Hand, um die Überkapazitäten auf dem Automarkt abzubauen. Kurzzeitig wirkte die Maßnahme zwar, doch die Probleme wurden nur vertagt. Heute hat nicht nur Opel wieder damit zu kämpfen, auf dem fast gesättigten Automarkt Europas genügend Modelle zu verkaufen.
So bitter es für die Beschäftigten auch ist: Zur Wahrheit gehört eben, dass die Kostenfrage ausschlaggebend für die Opel-Mutter General Motors ist, den Astra ausschließlich im Ausland produzieren zu lassen. Politiker können appellieren, das war's dann aber auch.