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Merken   Drucken   08.06.2005, 13:14 Schriftgröße: AAA

Dossier: Heftiger Streit um Schichtmodell bei Volkswagen  

Der Streit zwischen Betriebsrat und Management über ein neues Arbeitszeitmodell im Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg spitzt sich zu. Der Betriebsrat lehnte eine Änderung des derzeitigen Schichtmodells kategorisch ab. von Olaf Preuss und Guido Reinking, Hamburg
Das Volkswagenwerk in Wolfsburg   Das Volkswagenwerk in Wolfsburg
Volkswagen  will künftig auf Nachtschichten verzichten und so 67 Mio. Euro pro Jahr an Zuschlägen einsparen. In Wolfsburg bauen die tariflich bezahlten Mitarbeiter hauptsächlich das wichtigste VW-Modell, den Golf.
Zur Änderung des Schichtmodells braucht der Konzern aber die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter. Der Betriebsrat hält den Vorschlag jedoch "für nicht zumutbar und sinnvoll" auf Grund der daraus resultierenden "gesundheitlichen Belastungen" für die Arbeitnehmer.
Volkswagen will die Betriebszeiten in Wolfsburg so verändern, dass in Zehn-Stunden-Schichten gearbeitet wird und so keine Nachtschichten mehr anfallen. Dafür soll künftig auch samstags regelmäßig gearbeitet werden.
Im Herbst vergangenen Jahres hatte Volkswagen mit der Gewerkschaft IG Metall sowie mit den Betriebsräten einen wochenlangen Streit über die Neufassung des Haustarifvertrages ausgefochten, der den 103.000 Beschäftigten bis 2011 ihren Arbeitsplatz garantiert. Im Gegenzug kann das Management flexiblere Arbeitszeiten einführen. Das ist nun in Wolfsburg geplant. Damit will das Unternehmen offenbar auch zeigen, wie nach dem neuen Tarifvertrag gespart werden kann. VW will die Arbeitskosten bis 2011 um 30 Prozent senken. Das neue Schichtmodell in Wolfsburg gilt nur ein kleiner Schritt dorthin.
Denn die Marke Volkswagen schreibt seit 2004, unter anderem wegen der hohen Produktionskosten in Deutschland, rote Zahlen. Zu Beginn der Woche sagte Konzernchef Bernd Pischetsrieder, bis 2008 könnten weitere Einsparungen von jährlich bis zu 4 Mrd. Euro nötig werden.
Nach Angaben des Betriebsrats sollen die Verhandlungen in der kommenden Woche weitergeführt werden. Ein Sprecher von Volkswagen-Personalvorstand Peter Hartz sagte lediglich: "Wir stehen nach wie vor zu diesem Vorschlag, sind aber für gleichwertige Alternativen offen."

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    © 2005 Financial Times Deutschland,
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