Parfümprodukte in einem Kosmetikgeschäft
"Das Gefühl, sich etwas gönnen zu wollen, spielt in diesem Jahr eine wichtige Rolle. Dies sollte uns optimistisch nach vorne sehen lassen", sagt Gunter Thoß, Präsident des Kosmetikverbands VKE und Geschäftsführer von Lancaster Deutschland. Ähnlich sieht es auch der Marketingvorstand von
Beiersdorf , Pieter Nota: "Die Umsätze ziehen an. Wir sind vorsichtig optimistisch."
In der Vergangenheit hatte die Kosmetikindustrie mit stagnierenden oder sogar rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Nach einem Minus von 1,4 Prozent im Jahr 2004 schaffte die Branche im vergangenen Jahr immerhin ein leichtes Plus von 0,2 Prozent im Markt für Haar- und Hautpflege. Selbst wenn die Umsätze dieses Jahr wieder deutlicher anziehen; leicht wird es die Branche dennoch nicht haben, sagt Thoß: "Die Konsumunlust der Verbraucher ist trotz allem spürbar."
Unlust in Deutschland
Dies gilt vor allem für die gesättigten europäischen Märkte und speziell auch für Deutschland. Konzerne, die sehr stark international aufgestellt sind wie
L'Oréal oder Estée Lauder profitieren eher von der starken Nachfrage in den USA oder in Asien. Mittlerweile habe sich der Umsatz in China "praktisch verdoppelt", teilte L'Oréal mit. Der Konzern erwirtschaftete im dritten Quartal einen Umsatz von insgesamt 10,75 Mrd. Euro; davon rund 1 Mrd. Euro in Asien.
Mit Blick auf das weltweite Geschäft der europäischen Konzerne will die EU-Kommission in diesem Jahr auch die Diskussion um weltweit einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen für die Branche vorantreiben. "Eine internationale Harmonisierung ist wünschenswert. Selbst Mittelständler exportieren mittlerweile weltweit", sagt Bernd Stroemer vom Industrieverband IKW. Der Aufwand, allein die Verpackung an die rechtlichen Vorgaben in anderen Ländern anzupassen, sei enorm.
Auf Betreiben der EU-Kommission soll sich nun ein Expertenteam aus der Wissenschaft und der Industrie des Themas annehmen. Auch eine vergleichende Studie zu den Wettbewerbsbedingungen wurde in Aussicht gestellt.