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Zwar verzeichnet Mercedes im Pkw-Segment hohe Gewinne, die durchaus mit denen der Konkurrenz mithalten. Diese kommen aber vor allem aus China, wo sich die Reichen gern mit einer teuren S-Klasse schmücken. Und da sind die Verdienstspannen sehr hoch.
Kritik ist bei den Gewinnen der Lkw-Sparte angebracht, dem zweiten großen Standbein des Daimler-Konzerns. Zwar ist das Unternehmen nach wie vor größter Hersteller der Welt - die Umsatzrendite betrug aber im zweiten Quartal nur 7,1 Prozent. Das mag respektabel sein, liegt aber deutlich unter dem Wert etwa von Volvo. Daimlers schwedischer Erzrivale im Lkw-Geschäft kam im gleichen Zeitraum auf 10,2 Prozent.
Daimler ist im Nachteil gegenüber Wettbewerbern. Während Konzerne wie BMW ohne Erblasten arbeiten können, sind die Stuttgarter noch immer damit befasst, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Der Ärger mit der gescheiterten Chrysler-Fusion hat über viele Jahre den Blick auf wichtige Baustellen verdeckt. Dazu gehört das Kleinwagengeschäft, aber auch die Präsenz der Lkw-Sparte in wichtigen Wachstumsmärkten wie Indien und China, wo Daimler nur langsam Fuß fasst. "Wir fahren noch nicht im höchsten Gang", sagt Konzernchef Dieter Zetsche. Bleibt zu hoffen, dass das stimmt. Denn noch sind nicht alle Altlasten beseitigt.