Schon unter Nycomed fiel in Konstanz jede zweite F+E-Stelle weg, insgesamt über ein Drittel der 4000 Arbeitsplätze in Deutschland. Von den verbliebenen 2500 Stellen überlebt nun gut die Hälfte, vor allem in der Produktion in Singen und Oranienburg. Der F+E-Standort Willinghusen soll an einen Investor verkauft werden. Die F+E habe jahrzehntelang hohe Gewinne ermöglicht, kommentierten Betriebsrat und Gewerkschaft. "Das soll nun vorbei sein, getreu dem Motto 'Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.'"
Integrationschef Frank Morich hatte die Belegschaft auf Einschnitte vorbereitet, unter anderem, indem er die deutsche Politik als pharmafeindlich geißelte. Nach Ansicht mancher Beobachter nutzte er das aber in erster Linie als Argument, um Stellenabbau zu rechtfertigen, der wegen der Fusion ohnehin angefallen wäre. "Das hat Morich als bequemes Argument gedient - in Wirklichkeit geht es um Standortkonsolidierung", sagte ein hoher Manager eines Wettbewerbers.