Die nuklearen Beteiligungspläne des Energiekonzerns RWE drohen zu scheitern
Hoffnung auf die NiederlandeDen Kauf von 50 Prozent des Meilers Borssele hat der Konzern nicht endgültig aufgegeben. Er war ursprünglich Teil der 9,3 Mrd. Euro teuren Übernahme des Versorgers Essent. Nun sollen die Reaktoranteile nach FTD-Informationen bei den bisherigen Essent-Eigentümern, niederländischen Provinzen, zwischengelagert werden: Der Kaufvertrag enthält eine Klausel, wonach die Borssele-Anteile bis zu einem Urteil im Hauptsacheverfahren bei den Provinzen bleiben. Fällt die Entscheidung zugunsten von RWE aus, werden sie anschließend übertragen. Zunächst sinkt aber der Kaufpreis für Essent unter 9 Mrd. Euro.
RWE wollte die Vorgänge nicht kommentieren. Das Ende des bulgarischen Reaktorzwillings in Belene ist aber so gut wie besiegelt. Die neue konservative Regierung in Sofia hatte bereits eine kritische Überprüfung angekündigt. "Wir müssen die Frage beantworten, ob Bulgarien diese Erzeugungskapazität überhaupt braucht", sagte Wirtschaftsminister Traicho Traikov kürzlich. Er zweifelte die Wirtschaftlichkeit des Meilers an. In die Vorarbeiten seien bereits 400 Mio. Euro investiert worden.