Exklusiv
Im vorigen Jahr sind erstmals in der Geschichte der EU mehr als zwei Drittel der neu installierten Kapazitäten zur Stromerzeugung auf erneuerbare Energien entfallen. Das geht aus Berechnungen des Europäischen Windenergieverbandes EWEA hervor.
von Peter EhrlichBrüssel
Der Anteil erneuerbarer Energien am Kraftwerkspark von 71,3 Prozent insgesamt ist ein Rekord. Erst 2008 hatten Solarzellen, Windräder und andere Ökostromanlagen die 50-Prozent-Marke übersprungen. Allein 47 Prozent oder 21.000 Megawatt stellte die Fotovoltaik. Der Boom der Erneuerbaren führte dazu, dass 2011 mit 45 Gigawatt so viel Erzeugungskapazität installiert wurde wie noch nie seit 1995.
Der Anlagenbau schlägt sich aber nicht voll im Marktanteil nieder: Da Strom aus Sonne und Wind anders als Kohle- oder Kernkraft wetterabhängig ist, verändern sich die Marktanteile der realen Stromerzeugung geringer, als es der Zubau vermuten lässt.
Die dauerhafte Abschaltung von acht Atomkraftwerken in Deutschland als Folge der Energiewende machte die Kernkraft 2011 zum klaren Verlierer der europäischen Energielieferanten. Leistung von 6253 Megawatt wurde abgeschaltet, nur 311 Megawatt kamen neu dazu. 2010 und 2011 wurden außerdem mehr Kohlekraftwerke zu- als abgeschaltet.
Im Langfristvergleich seit 2000 lag die Stromerzeugung aus Gas mit einem Zubau von 116 Gigawatt vorn, gefolgt von Wind mit 84 und Fotovoltaik mit 47 Gigawatt. Verlierer waren Kohle, Öl- und Atomkraftwerke. Im Langfristtrend verdrängen Erneuerbare und Gaskraftwerke die Atomkraft sowie Öl und Kohle. Kohlekraftwerke haben aber mit 26 Prozent noch immer den höchsten Anteil an der insgesamt installierten Kapazität.
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