Schon heute ist bei Starkwind- und Schönwetterlagen das Stromangebot immer häufiger so groß, dass die Abschaltung konventioneller Kraftwerke nicht ausreicht, um die notwendige Balance zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch im Netz zu halten. Dann müssen auch Windräder abgeschaltet werden, eine erhebliche Ressourcenverschwendung.
Stromspeicher könnten das Problem lösen. Doch Puffer, die überflüssigen Strom aufnehmen und ihn bei Bedarf wieder abgeben können, sind rar in Deutschland. Außer der 100 Jahre alten Technik der Pumpspeicherkraftwerke stehen kaum Möglichkeiten zur Verfügung. Neuere Varianten wie Druckluftspeicher spielen noch keine Rolle. Bei einem Stromverbrauch von jährlich rund 530 Terawattstunden (Milliarden Kilowattstunden) können die vorhandenen Pumpspeicheranlagen gerade einmal 0,04 Terawattstunden Energie speichern. Das reicht rechnerisch für eine gute halbe Stunde Stromproduktion.
Gebraucht werden künftig jedoch Reserven von mehreren Wochen, um die Netzstabilität auch dann noch zu gewährleisten, wenn die erneuerbaren Energieträger die Hälfte des Stroms oder mehr liefern. Die Bundesregierung strebt dieses Niveau spätestens für das Jahr 2030 an.
Die neue Technologie schafft eine Verbindung von Ökostrom und Gasnetz. Zuerst wird dabei durch Elektrolyse, also dem Einsatz von Strom, Wasser in Sauerstoff und energiereiches Wasserstoffgas gespalten. Durch chemische Reaktion des Wasserstoffs mit Kohlendioxid entsteht Methan - jenes Gas, das den Hauptbestandteil von Erdgas ausmacht.