Koka-Blätter
Dass in Coca-Cola Kokain sein soll, ist eines der ältesten Gerüchte über das Getränk. Der Mythos basiert auf der Entstehungsgeschichte des Koffeingetränks: Der Apotheker und Kriegsveteran John S. Pemberton soll die Cola am 8. Mai 1886 als medizinisches Tonikum entwickelt haben. Es soll auch Cocablätter und Cocanüsse enthalten haben. Über den Kokaingehalt der Brause wird spekuliert, weil Kokain aus getrockneten Blättern des Cocastrauchs gewonnen wird. Die Blätter der Cocapflanze sind jedoch nicht mit Kokain gleichzusetzen. Nicht zuletzt trug auch der erste Wortteil des weltberühmten Gebräus zum Coca-Kokain-Mythos bei.
Laut einem Rezept, das mutmaßlich Pembertons Buchhalter Frank M. Robinson verfasste, soll ein Glas Coca-Cola 8,45 Milligramm Kokain enthalten haben. Solange das Rezept geheim gehalten wird, bleibt unklar, ob Cocablätter oder Cocaextrakte einst Bestandteil des Getränks waren oder sind. Selbst wenn, wäre das kein Beweis, dass Coca-Cola Kokain enthält. Denn in Cocaextrakten muss nicht unbedingt Kokain sein.
Sollte die ursprüngliche Coca-Cola 1886 Spuren von Kokain enthalten haben, wäre das übrigens überhaupt nicht schlimm: Der Gebrauch von Kokain ist in den USA erst seit dem “Harrison Narcotics Act“ von 1914 strafbar.
Der Mythos erlebte 2009 eine Renaissance, als Konkurrent Red Bull in einigen Bundesländern seine Cola zeitweise nicht verkaufen durfte, da die enthaltenen Cocablattextrakte gegen das deutsche Betäubungsmittelgesetz verstießen. Der Firma gab in Bezug auf den beanstandeten Cocablattextrakte an, dass diese decocainiert seien und sowohl in Europa als auch in den USA als unbedenklich und verkehrsfähig gelten würden.