Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban
Schon seit einigen Jahren hatte die Fluggesellschaft mit Finanzierungsschwierigkeiten gekämpft. Anfang des Monats forderte die EU-Kommission Malev dazu auf, illegale Staatsbeihilfen zurückzuzahlen. Dabei geht es um Millionensubventionen aus den Jahren 2007 und 2010. In den vergangenen Tagen war das Unternehmen unter Gläubigerschutz gestellt worden und hatte einen Insolvenzverwalter an die Seite bekommen. Zuletzt hätten Geschäftspartner das Vertrauen verloren und Vorauszahlungen verlangt.
Wie die Fluggesellschaft mitteilte, würden wegen ausstehender Zahlungen zwei Malev-Maschinen im Ausland festgehalten, und zwar in Israel und Irland. Um weitere Verluste zu verhindern, blieben die übrigen Flugzeuge nun am Boden. Malev hat eine Flotte aus 22 Leasing-Maschinen und beschäftigt 2600 Mitarbeiter. Nach gescheiterten Privatisierungsversuchen hatte die Regierung in Budapest 2010 das Unternehmen bis auf fünf Prozent wieder ganz übernommen. Zuletzt hat Malev Schulden in Höhe von umgerechnet rund 250 Mio. Euro angehäuft.
Der ungarische Ministerpräsident
Viktor Orban sagte im Rundfunk, seine Regierung strebe einen Neustart der Airline an. "Ein Neustart ist möglich, wenn wir uns einigen können." Einzelheiten nannte er nicht. "Zu einer Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts gehört eine gut funktionierende, nationale Fluggesellschaft", sagte er. Für Malev würden allerdings "die Investoren nicht Schlange stehen".