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Merken   Drucken   11.05.2012, 19:40 Schriftgröße: AAA

Folgen der Energiewende: RWE reißt AKW Biblis ab

Ein Abriss des stillgelegten Meilers Biblis ist möglich. Der Energieversorger RWE beantragte diesen Schritt bei der hessischen Genehmigungsbehörde. Dennoch hält der Konzern an der Verfassungsklage gegen das Aus für die Atommeiler fest.
© Bild: 2010 ddp
Ein Abriss des stillgelegten Meilers Biblis ist möglich. Der Energieversorger RWE beantragte diesen Schritt bei der hessischen Genehmigungsbehörde. Dennoch hält der Konzern an der Verfassungsklage gegen das Aus für die Atommeiler fest.

Das stillgelegte Atomkraftwerk im südhessischen Biblis soll abgerissen werden. Vorprüfungen hätten ergeben, dass dieser Schritt einem sicheren Einschluss vorzuziehen sei, teilte der Betreiber RWE am Freitag mit.

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Das Unternehmen kündigte an, bei der hessischen Genehmigungsbehörde den Abbau der Anlage zu beantragen. Die beiden Atomreaktoren Biblis A und B, 1974 und 1976 errichtet, waren im vergangenen Jahr nach dem Beschluss zum Atomausstieg endgültig vom Netz gegangen.

Der Antrag soll in der zweiten Jahreshälfte eingereicht werden. Über eine tatsächliche Stilllegung will RWE  aber erst entscheiden, wenn eine Genehmigung vorliegt. Unabhängig davon werde aber an der Verfassungsklage gegen das Aus für die Atommeiler festgehalten.

Nach früheren Prognosen könnte der von allen Landtagsparteien geforderte Rückbau 2016 beginnen. Das hessische Umweltministerium begrüßte die Ankündigung des Betreibers. "Dass RWE dem direkten Abbau den Vorzug gegenüber dem sicheren Einschluss gibt, ist ein wichtiges Signal", sagte Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU). Das Genehmigungsverfahren für den Rückbau des Atomkraftwerks werde voraussichtlich mehrere Jahre dauern.

Deutschlands zweitgrößter Versorger ist nach der Energiewende noch nicht auf Wachstumskurs zurückgeschwenkt. Nach Einbußen im ersten Quartal bestätigte der Konzern am Donnerstag die Prognose, wonach sowohl das betriebliche Ergebnis als auch das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis 2012 wohl auf dem Vorjahresniveau liegen werden. Die Abschaltung des AKW Biblis und das weiter schwächelnde Gasgeschäft drückten auf die Erträge.

Vorstandschef Jürgen Großmann gibt im Juli den Chefposten an Peter Terium ab. Der 48-jährige Niederländer will das Geschäft mit Ökostrom ausbauen und zugleich 2013 und 2014 zusätzlich 1 Mrd. Euro einsparen. Er will darüber hinaus weitere Beteiligungen in Milliardenhöhe abstoßen. Zur Disposition steht unter anderem die Beteiligung an den Berliner Wasserbetrieben, der tschechische Ferngasnetzbetreiber NET4Gas sowie Geschäfte von RWE Dea.

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  • dpa, 11.05.2012
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