Exklusiv
Große börsennotierte Konzerne wollen den Anteil von Frauen in Führungsetagen erhöhen. Mit einer Quote tun sie sich schwer. Bei Siemens will eine Aktionärsgruppe diese per Satzungsänderung für den Aufsichtsrat durchsetzen.
von Gerhard HegmannMünchen
Die Siemens-Aktionäre sollen über eine Frauenquote im Aufsichtsrat abstimmen. Der Verein der Belegschaftsaktionäre von Siemens setzte eine Ergänzung der Tagesordnung zur nächsten Hauptversammlung am 24. Januar in München durch.
Die Aktionäre sollen beschließen, dass über eine Satzungsänderung ab der nächsten Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Aktionärsseite im Jahr 2013 mindestens 30 Prozent und ab 2018 mindestens 40 Prozent Frauen zu wählen sind. Der aktuelle Aufsichtsrat und der Vorstand von Siemens schlägt den Aktionären jedoch vor, diesen Antrag der Belegschaftsaktionäre abzulehnen. Die Ergänzung der Hauptversammlungsbeschlüsse wurde am Freitag im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Das Siemens-Aktionärstreffen wird damit zu einem Stimmungsmesser, ob es auf der Kapitalseite überhaupt ein Interesse für eine feste Frauenquote im Aufsichtsrat gibt. Bei Siemens sind bisher zwei der zehn Vorstände und vier der zwanzig Aufsichtsratsmitglieder weiblich. Allerdings stellt die Kapitalseite nur eine Vertreterin im Kontrollgremium. Drei Vertreterinnen stammen von der Arbeitnehmerseite.
Die 30 führenden deutschen börsennotierten Konzerne hatten bei einem Spitzentreffen im Oktober in Berlin mit den Ministerinnen Kristina Schröder und Ursula von der Leyen zwar eine Selbstverpflichtung zur Erhöhung der Frauenquote in Führungspositionen abgegeben - eine feste Quote aber abgelehnt. Siemens will demnach den Anteil von Frauen in Führungspositionen in Deutschland von derzeit zehn Prozent bis Ende 2015 auf 12 bis 13 Prozent erhöhen, was grob 500 zusätzliche Stellen bedeuten würde.
Siemens-Personalvorstand Brigitte Ederer hat sich jedoch wiederholt gegen die Einführung einer festen Quote ausgesprochen. Juristen verweisen darauf, dass eine Frauenquote im Aufsichtsrat ohnehin nur die Aktionäre festlegen könnten. Dies liege nicht in der Entscheidungsmacht des Vorstandes.
Siemens begründet die Ablehnung des Antrags der Belegschaftsaktionäre damit, dass bereits jetzt auf eine angemessene Beteiligung von Frauen geachtet werde. Das Kontrollgremium sei bestrebt, bei den nächsten Aufsichtsratswahlen 2013 mindestens die Zahl von vier Frauen "zu wahren oder wenn möglich zu erhöhen". Eine Quotenregelung in der Satzung sei nicht erforderlich. Eine fixe Quote würde Rechtsunsicherheit bei der Wahl mit sich bringen, "da die Frage nach der rechtlichen Zulässigkeit solcher Regelungen umstritten ist".
Der Verein der Belegschaftsaktionäre von Siemens vertritt nach eigenen Angaben etwa 800.000 bis eine Million Stück Aktien. Dies ist ein Mini-Anteil, weil Siemens insgesamt rund 914 Millionen Stück Aktien an etwa 740.000 Aktionäre ausgegeben hat. Der Verein nutzt jedoch eine Regelung im Aktiengesetz, nach der eine Minderheit eine Ergänzung zur Tagesordnung verlangen kann. Voraussetzung ist entweder ein Kapitalanteil von mindestens 20 Prozent oder - wie in diesem Fall - das mindestens 500.000 Euro Grundkapital vertreten werden.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Eine Bilanz vor dem Amtsantritt? Verbietet sich. Eigentlich. Nicht so bei Anshu Jain. Denn Josef Ackermanns Nachfolger hat schon vor dem Start bei der Deutschen Bank viel verändert. mehr
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Der Tarifabschluss für die Angestellten des Automobilkonzerns entspricht weitgehend dem Flächenvertrag in der Metall- und Elektrobranche. Laut IG-Metall ist er aber "einen Schnaps besser".
mehr
Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher hat ein Papier mit Vorschlägen zur Definition systemrelevanter Versicherer vorgelegt. Eine erste Liste möglicher systemisch bedeutender Gesellschaften soll bis Juni 2013 vorliegen. mehr
IG Metall und der Wolfsburger Konzern sind sich einig über die Vier vor dem Komma. Der Tarifabschluss bei VW folgt einem Vorbild - der Vereinbarung der Metall- und Elektroindustrie im Pilotbezirk Baden-Württemberg. mehr
Josef Ackermann hat seinen letzten Auftritt als Chef der Deutschen Bank zur großen Hauptversammlungs-Show genutzt. Der umstrittene Manager will als Staatsmann in Erinnerung bleiben. mehr
Es ist eine denkwürdige Medienkombi aus RTL und "Zeit", mit der Günter Wallraff mal wieder schwere Missstände aufdeckt. Der fast 70-Jährige muss beim Paketdienst GLS schuften bis zum Umfallen - zu lächerlichen Konditionen. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!