Nach einem herben Gewinneinbruch dreht der Telefonhersteller Gigaset an der Kostenschraube. Ein Sparprogramm solle die Ausgaben künftig um 30 Mio. Euro pro Jahr drücken, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das bekommen auch die Beschäftigten zu spüren: Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau liefen bereits.
Im ersten Halbjahr war das Ergebnis der einstigen Siemens -Tochter auf fast null von 6,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum gefallen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um mehr als die Hälfte auf 10,7 Mio. Euro zurück. Vor allem die Investitionen in neue Produkte von gut 9 Mio. Euro drückten auf die Überschüsse. Der Umsatz war in den ersten sechs Monaten nur leicht auf 205,7 Mio. Euro gesunken.
Wegen der trüben Aussichten in Europa kassierte Gigaset zudem die Prognose für das Gesamtjahr. Statt mit Erlösen auf Vorjahresniveau rechnet das Unternehmen jetzt mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. Das Ebitda werde "deutlich unterhalb des Vorjahres im einstelligen Millionen-Bereich" liegen.
2011 hatte die Firma mit 520 Mio. Euro Umsatz erstmals nach drei Jahren wieder einen Gewinn über 17,5 Mio. Euro ausgewiesen. Das operative Ergebnis war positiv, das wurde als Wende in der Firmenentwicklung gefeiert. Ein erneutes Abrutschen in die Verlustzone wäre für Gigaset ein herber Rückschlag. Die im TecDAX notierte Firma mit Sitz in München ist rechtlich die Nachfolgegesellschaft der früheren Beteiligungsholding Arques. Gigaset hat sich aber auf das Feld Telekommunikation fokussiert. Das Schnurlostelefongeschäft mit der Marke Gigaset hatte Arques im Herbst 2008 von Siemens gekauft.