Kommentar
Der Rohstoffhändler und die Minengesellschaft schließen sich zu einem Konzern mit über 200 Mrd. Dollar Jahresumsatz zusammen. Die Größe und der Einfluss des neuen Marktgiganten sollten die Aufsichtsbehörden nicht kalt lassen.
von Tobias Bayer
Mit Kleinigkeiten geben sich Ivan Glasenberg, Chef des Rohstoffhändlers Glencore, und Mick Davis, Chef der Minengesellschaft Xstrata, nicht zufrieden. "Everest" tauften sie den Plan, ihre beiden Unternehmen zusammenschließen. Und der größte Berg der Welt ist ein passender Namensgeber, für das, was durch die am Dienstag verkündete Fusion entsteht: Ein Konzern mit einem Jahresumsatz von 209 Mrd. Dollar und einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 16 Mrd. Dollar.
Was für die Herren Glasenberg und Davis einem Gipfelsturm gleichkommt, ist für die Teilnehmer auf dem Rohstoffmarkt und die Endverbraucher - darunter Kraftwerksbetreiber und die produzierende Industrie - nicht unbedingt euphorisierend. Es entsteht ein mächtiger Akteur, dessen Einfluss außerordentlich sein wird. Die Aufsichtsbehörden, die laut den Mitteilungen von Glencore und Xstrata bisher keine Bedenken anmelden, sollten sich das genau ansehen.
Der neue Konzern wird bei einzelnen Rohstoffen auf einen hohen Marktanteil kommen. Glencore und Xstrata werden bei Kraftwerkskohle und Zink mit Abstand die Nummer eins weltweit werden. Für die Abnehmer könnte das mit Preissteigerungen einher gehen. Interessant ist der Fall Japan. Nach der Fukushima-Katastrophe wächst die Abhängigkeit von Kohle. Für eine Tonne sind die japanischen Energieversorger nach ersten Schätzungen bereit, ab April 120 Dollar zu bezahlen. Das entspräche einem Anstieg von mehr als 70 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Mit Glencore und Xstrata entsteht der erste vertikal integrierte Bergbaukonzern. Die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau der Rohstoffe, über die Lagerung, den Transport, den Handel bis hin zum Verkauf an den Endkunden wird in einer Hand gebündelt. Glencore spricht von einem "besseren Einblick dank eines einzigartigen Netzwerks und Marktinformationen". Mit anderen Worten: Glencore und Xstrata wissen wie kaum ein zweiter Akteur Bescheid über die Versorgungslage in einzelnen Ländern. Sie haben Zugang zu privilegierten Informationen, die sie gegenüber ihren Partnern und Wettbewerbern zu ihrem eigenen Vorteil ausspielen können.
Der Zusammenschluss zwischen den beiden Schweizer Konzern sollte für die Aufsichtsbehörden - zum Beispiel die EU-Kommission - Anlass bieten, sich mit dem Rohstoffsektor vertieft zu beschäftigten. Wenn über die Regulierung von Rohstoffen gesprochen wird, wird meistens gegen die Spekulation an den Börsen gewettert. Der physische Markt - Wer kontrolliert welchen Rohstoff? Wer hat Zugang zu privilegierten Informationen? - dagegen bleibt in den Überlegungen außen vor. Das ist ein Fehler. Denn es wäre doch schade, wenn nur die Herren Glasenberg und Davis von ihrem Gipfel oben alles überblicken könnten - und der Rest im Dunkeln bleibt.
glencore und xstrata haben schon heute im hintergrund denselben haupt-einfluss-eigentümer..nämlich...willy strothotte...also wozu die aufregung..
FTD-Versicherungsmonitor
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Eine Bilanz vor dem Amtsantritt? Verbietet sich. Eigentlich. Nicht so bei Anshu Jain. Denn Josef Ackermanns Nachfolger hat schon vor dem Start bei der Deutschen Bank viel verändert. mehr
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Der Tarifabschluss für die Angestellten des Automobilkonzerns entspricht weitgehend dem Flächenvertrag in der Metall- und Elektrobranche. Laut IG-Metall ist er aber "einen Schnaps besser".
mehr
Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher hat ein Papier mit Vorschlägen zur Definition systemrelevanter Versicherer vorgelegt. Eine erste Liste möglicher systemisch bedeutender Gesellschaften soll bis Juni 2013 vorliegen. mehr
IG Metall und der Wolfsburger Konzern sind sich einig über die Vier vor dem Komma. Der Tarifabschluss bei VW folgt einem Vorbild - der Vereinbarung der Metall- und Elektroindustrie im Pilotbezirk Baden-Württemberg. mehr
Josef Ackermann hat seinen letzten Auftritt als Chef der Deutschen Bank zur großen Hauptversammlungs-Show genutzt. Der umstrittene Manager will als Staatsmann in Erinnerung bleiben. mehr
Es ist eine denkwürdige Medienkombi aus RTL und "Zeit", mit der Günter Wallraff mal wieder schwere Missstände aufdeckt. Der fast 70-Jährige muss beim Paketdienst GLS schuften bis zum Umfallen - zu lächerlichen Konditionen. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!