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Merken   Drucken   05.09.2011, 09:08 Schriftgröße: AAA

Gegengewicht zu Frankreich: Bund kämpft um deutschen Einfluss bei EADS

Daimler will seinen Anteil am Luftfahrt- und Rüstungskonzern loswerden. Weil sich kein Käufer findet, ist nun die "wahrscheinlichste Option", dass die bundeseigene KfW-Bank die Aktien kauft. von Gerrit Wiesmann, Berlin und Chris Bryant, Frankfurt
Die Bundesregierung bereitet die Übernahme eines Anteils am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS  vor. Schon seit Februar läuft die Suche nach einem Käufer für die 7,5-Prozent-Beteiligung des Autobauers Daimler . Gegenüber der Financial Times räumte nun ein ranghoher Regierungsmitarbeiter ein, dass diese Suche "hoffnungslos" sei.
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  Daimler 37,43 EUR  [-0.515 -1,36%
  EADS 26,925 EUR  [-0.09 -0,33%
Die "KfW-Option" sei nun "die wahrscheinlichste", sagte ein ranghoher FDP-Abgeordneter. Um die Beteiligung Deutschlands zu erhalten, würde die staatliche Förder- und Entwicklungsbank KfW rund 2,5 Mrd. Euro für den Kauf von Daimlers 7,5 Prozent ausgeben sowie für weitere 7,5 Prozent, die der Autobauer im kommenden Jahr abstoßen könnte. Ein Drittel der Daimler-Beteiligung befindet sich derzeit in Besitz von Banken, die das Recht haben, diese 2012 an Daimler zurückzuverkaufen.
Für die Bundesregierung stellt Daimlers Beteiligung ein Gegengewicht zu den 22,5 Prozent dar, die sich in Besitz des französischen Staats und des französischen Medienkonzerns Lagardère befinden. Und sie ist Garantie dafür, dass die Produktion sowohl in Deutschland als auch in Frankreich verbleibt.
Im Februar hatte Daimler vorgeschlagen, dass die Bundesregierung einsteigen solle, nachdem der Autobauer keinen Käufer finden konnte. Während sich die CDU dafür aussprach, forderte der Koalitionspartner FDP, die Suche fortzusetzen. Vor Kurzem weitete die Bundesregierung die Suche aus, sodass neben strategischen Investoren auch Finanzinvestoren als Käufer infrage kommen konnten.
Im Juli forderte Daimler-Chef Dieter Zetsche, die Regierung solle die "endlosen Diskussionen" über die EADS-Beteiligung beenden. In den vergangenen Jahren ist es Daimler und der Bundesregierung nicht gelungen, größere deutsche Unternehmen zum Kauf zu ermuntern. Viele von ihnen scheuen aus historischen Gründen davor zurück, ins Verteidigungsgeschäft einzusteigen.
Doch selbst die Befürworter der KfW-Option werten die Lösung als bestenfalls vorübergehend. Wenn sich ein Drittel von EADS in staatlicher Hand befindet, könnte es für das Unternehmen schwierig werden, Rüstungsgüter an andere Staaten zu verkaufen.
Quelle: The Financial Times
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