Bei ihren Debüt am Entry Standard der Deutschen Börse am Mittwoch stiegen die Aktien von
Neosino Nanotechnologies bis zum Vormittag um 70 Prozent auf rund 93 Euro. Sie erreichten ein Tageshoch von 94,99 Euro, gingen jedoch fast unverändert mit einem Wert von 92,50 Euro aus dem Handel.
Das im südhessischen Griesheim ansässige Unternehmen hat sich auf Produkte spezialisiert, die Mineralien in Nanopartikelgröße enthalten. Dazu gehören Nahrungsergänzungsmittel, mit denen die Firma den Fußballverein Bayern München werbewirksam beliefert.
Während der Zeichnungsfrist platzierte das Unternehmen 50.000 Aktien zu einem Stückpreis von 55,55 Euro für ausgewählte Investoren. Der Nettoerlös dürfte nach Angaben des Unternehmens bei rund 2,5 Mio. Euro liegen. Insgesamt sind 1,35 Mio. Aktien zum Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Mit dem Geld aus dem Börsengang will das Nanotechnologie-Unternehmen weitere Geschäftsfelder erschließen.
Weitere Nano-Börsengänge in Sicht
Ein Beispiel, das Schule machen könnte. Branchenbeobachter rechnen hierzulande mit mindestens zwei weiteren Nanotech-Neuemissionen in diesem Jahr. Bisher gibt es nur sehr wenige Firmen aus der Branche, die den Sprung an die deutsche Wertpapierbörse wagten.
So kamen die Papiere der Frankfurter Nanotechnologie-Beteiligungsgesellschaft
Nanostart im Juni 2005 in den Handel, im November die des Nanotechnologie-Ausrüsters
Nanofocus, dessen größter Einzelaktionär Nanostart ist. Im Dezember folgten die Titel der Bremer
N2 Nanotech. Das Beteiligungsunternehmen mit Schwerpunkt Nanotechnologie ist ebenfalls am Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Die Papiere verloren seit der Erstnotiz zehn Prozent, während Nanostart-Aktien um 241 Prozent zulegten.
Der Begriff Nanotechnologie enthält alle technischen Verfahren, die sich mit der Erforschung, Erzeugung und Nutzung von Bausteinen und Strukturen befassen, die so klein sind, dass sie selbst unter den stärksten Lichtmikroskopen nicht sichtbar sind. Das Wort "Nanos" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zwerg. Erste Anwendungen der Nanotechnologie gibt es vor allem in der Computerindustrie, Umwelttechnik, Landwirtschaft, Biotechnolologie und Medizin.