"Jeder in der Hedge-Fonds-Branche blickt auf dieses Geschäft", sagte ein Londoner Banker der FT. Unter den Hedge-Fonds sind den Hedge-Fonds nahen Kreisen zufolge die britischen Gesellschaften Marshall Wace und GLG Partners. Aus den USA haben Kreisen zufolge Off-Ziff, Duquesne und Perry Capital in Arcelor investiert.
Zum Zeitpunkt der Abgabe am 27. Januar hatte die Offerte ein Volumen von 18,6 Mrd. Euro. Da die
Mittal -Aktie seitdem zulegte, ist das Angebot gemessen am Kursniveau vom Freitagabend rund 1 Mrd. Euro mehr wert. Die
Arcelor -Führung lehnt die Mittal-Offerte strikt ab.
Frankreich wehrt sich gegen Anschuldigungen
Die Beteiligung der französischen Regierung an der Diskussion über das Übernahmeangebot ist nach den Worten von Finanzminister Thierry Breton nicht als protektionistisch zu werten. Das gelte für Frankreich genauso wie für die übrigen beteiligten europäischen Regierungen, schrieb Breton in einem Gastbeitrag für die FT.
"Die Haltungen der betroffenen Regierungen ergeben sich aus den Mängeln des Gebots von Mittal", sagte Breton. "Sie werden sicherlich nicht von Anstrengungen hervorgerufen, vor einem wichtigen und respektierten Schwellenland zu schützen oder dieses zu diskriminieren." Breton sagte, Indien sei weder direkt noch indirekt von der Offerte betroffen. "Protektionistische Impulse haben keinen Platz in der modernen Wirtschaftssteuerung." Mittal wird von dem aus Indien stammenden Milliardär Lakshmi Mittal kontrolliert.
Keine Schützenhilfe aus Japan
Die japanische Nippon Steel teilte mit, Arcelor habe nicht um Schützenhilfe bei einem Abwehrversuch gegenüber Mittal gebeten. Der Präsident von Nippon Steel, Akio Mimura, sagte am Montag nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press, er habe von Arcelor-Chef Guy Dolle keinen speziellen Vorschlag erhalten. Mimura und Dolle hatten sich am Donnerstag in Paris getroffen.
Dies hatte Spekulationen ausgelöst, die Nummer drei der Branche könne für seinen Geschäftspartner Arcelor als "Weißer Ritter" fungieren, indem Nippon Steel ihm mit einem Gegenangebot zur Seite springt. Mimura habe jedoch unter Hinweis auf die hohen Kosten die Möglichkeit bestritten, dass Nippon Steel eine größere Anzahl an Aktien von Arcelor erwerben könnte, hieß es. Mimura wollte zudem keinen Kommentar zur Frage abgeben, ob sich Nippon Steel und Arcelor mit kleinen Anteilspaketen gegenseitig aneinander beteiligen könnten.