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Merken   Drucken   14.02.2012, 16:35 Schriftgröße: AAA

Hiesingers Kampf gegen die Zeit: So schnell lässt sich ThyssenKrupp nicht sanieren

Kommentar Seit einem Jahr ist Heinrich Hiesinger Chef bei ThyssenKrupp - und liefert schon zum zweiten Mal enttäuschende Zahlen ab. Sie zeigen: Die Aufgabe, die er geerbt hat, ist äußerst schwierig. von Kirsten Bialdiga 
ThyssenKrupp -Aktionäre brauchen in diesen Tagen starke Nerven. Schon vor drei Monaten hatte Konzernchef Heinrich Hiesinger mit einem Milliardenverlust im Gesamtjahr überrascht. Hohe Abschreibungen waren die Ursache.
Heinrich Hiesinger will etliche Unternehmensteile verkaufen. Die ...   Heinrich Hiesinger will etliche Unternehmensteile verkaufen. Die Umsetzung des Plans wird eher schwerer als leichter
Hatten die Anleger damals geglaubt, es handele sich dabei in erster Linie um die übliche Vorgehensweise, wenn ein neuer Chef an die Spitze rückt, so wurden sie an diesem Dienstag eines Besseren belehrt: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 rutschte der Ruhrkonzern erneut tief in die roten Zahlen und schrieb einen Nettoverlust von 480 Mio. Euro. Wieder sind Abschreibungen die wesentliche Ursache.
Betroffen ist erneut die inzwischen verkaufte Edelstahlsparte, deren Wert Hiesinger schon im Vorquartal um 800 Mio. Euro nach unten korrigiert hatte. Das reichte offensichtlich nicht aus. Weitere 265 Mio. Euro wurden hier im jüngsten Quartal fällig.
Auch der Verkauf der Hamburger Werft Blohm + Voss brachte dem Konzern 155 Mio. Euro an Wertberichtigungen ein. Hinzu kamen Verluste von 288 Mio. Euro in der Sparte Steel Americas, die weiter mit großen Problemen beim Anlauf des neuen Werkes in Brasilien kämpft. Damit nicht genug: Auch das Stahlgeschäft in Europa lieferte ein deutlich schwächeres Ergebnis ab als im Vorjahr.
Kursinformationen und Charts
  ThyssenKrupp 13,345 EUR  [-0.535 -3,85%
  Siemens 66,51 EUR  [-0.8 -1,19%
Dieses Quartalsergebnis führt Hiesinger noch einmal klar vor Augen, wie groß die Aufgabe bei ThyssenKrupp ist, die er meistern muss. Vor knapp einem Jahr hatte der Manager den Verkauf von rund einem Fünftel des Konzernumsatzes angekündigt - binnen 18 Monaten.
Sein Plan: Mit den Erlösen sollen die Schulden reduziert und das ertragsstabile Technologiegeschäft ausgebaut werden. Doch die Zeit wird knapp: Die Konjunkturlage bleibt bis auf weiteres instabil, die Verschuldung des Unternehmens steigt - größere Zukäufe und Wachstum in Zukunftsgeschäften sind damit vorerst ausgeschlossen. Für Hiesinger werden die Schwierigkeiten also nicht kleiner.
Kein Wunder, dass in einer solch schwierigen Situation trotz aller Dementis Spekulationen über eine Partnerschaft von ThyssenKrupp mit Siemens  die Runde machen. Unabhängig davon, ob die Gerüchte überhaupt eine Grundlage haben oder nicht - am Markt wird ein kapitalkräftiger Partner für ThyssenKrupp herbeigesehnt.
01:12:55 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
ThyssenKrupp 13,345 EUR   -3,85%  -0.535
Siemens 66,51 EUR   -1,19%  -0.8
  • FTD.de, 14.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 14.02.2012 19:55:18 Uhr   Zastophant: Macht in den Unternehmen

    "Seit einem Jahr ist Heinrich Hiesinger Chef bei ThyssenKrupp - und liefert schon zum zweiten Mal enttäuschende Zahlen ab. Sie zeigen: Die Aufgabe, die er geerbt hat, ist äußerst schwierig."

    Ich denke, daß die Macht in den Unternehmen durch den Lohnarbeiter übernommen werden muss !

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