Nicht nur Banken und Börsen sind von der schwersten Finanzkrise seit 1928 schwer betroffen. Auch auf Unternehmen außerhalb des Finanzsektors und auf die weltweite Konjunktur hat das Desaster starke Auswirkungen.
"Uns drohen höhere Spreads", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted . Die Extraeinnahmen des US-Klebstoffkonzerns reichten wohl nicht mehr aus, um die Zinsausgaben zu decken. "Jetzt gehen wir davon aus, dass die Zinsausgaben etwas höher sein werden", sagte Rorsted. Auch die Platzierung einer Anleihe zur Finanzierung des knapp vier Mrd. Euro teuren Kaufs sei nach wie vor möglich, sagte Rorsted der "Börsen-Zeitung".
Zukaufen will der Vorstandschef im Kosmetikgeschäft: Henkel könne mit dem derzeit stark auf Europa und Nordamerika konzentrierten Geschäft leben, wolle die Sparte aber größer und profitabler machen. "Wir müssen sehen, wie wir uns ergänzen können", sagte Rorsted. Bei einem Zukauf stehe die Qualität im Vordergrund, Zeitdruck gebe es nicht.
Über einen Komplett- oder Teilverkauf der US-Beteiligung Ecolab liefen Verhandlungen, sagte der Konzernchef. Außerdem liefen Gespräche über den angekündigten Verkauf des Klebstoffgeschäfts für Verbraucher unter dem Namen "Duck".
Die angekündigten Preiserhöhungen für Waschmittel und Kosmetik um bis zu zehn Prozent sollen in Europa nach und nach umgesetzt werden, kündigte Rorsted an. In den USA seien die Preise zum 1. Oktober erhöht worden.
Henkel will vor allem in aufstrebenden Entwicklungsländern wachsen: Diese versprächen höheres Wachstum, weshalb dort mehr investiert werden müsse, kündigte der Konzernchef an. Zugleich sei das Geschäft in Schwellenländern aber weniger profitabel. "Die Frage ist, wie viel Wachstum kann ich mir in den Emerging Markets leisten, ohne dass es zulasten der Profitabilität des Gesamtunternehmens geht", sagte Rorsted. Henkel werde am 6. November neue langfristige Finanzziele bekanntgeben.