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  Messe in Berlin FTD-Serie: FTD-Serie: Ifa trotzt Konjunktursorgen

Von der sich eintrübenden Konjunktur bemerken die Hersteller von Unterhaltungselektronik bisher wenig. Auf dem Branchentreffen in Berlin bringen sie sich für das Weihnachtsgeschäft in Stellung. FTD zeigt die wichtigsten Neuheiten und Trends.

Merken   Drucken   01.09.2012, 14:31 Schriftgröße: AAA

Ifa: In Berlin sind Fernseher der Renner

Smartphones, Tablets, Flachbildfernseher: Keine Technik-Novelle bleibt auf der Elektronikmesse Ifa in Berlin unerwähnt. Ein großes Thema der Ausstellung ist das Internet auf dem Fernseher - erstmals präsentiert sich auch Google TV.
© Bild: 2012 AFP/ODD ANDERSEN
Smartphones, Tablets, Flachbildfernseher: Keine Technik-Novelle bleibt auf der Elektronikmesse Ifa in Berlin unerwähnt. Ein großes Thema der Ausstellung ist das Internet auf dem Fernseher - erstmals präsentiert sich auch Google TV.

Pünktlich zum Start der Berliner Technik-Messe Ifa meldet die Elektronik-Branche einen positiven Trend: Das Geschäft mit Fernsehgeräten in Deutschland boomt wie nie zuvor. Mit 10,2 Millionen verkauften Flachbild-Fernsehern in diesem Jahr werde mehr als jeder vierte Haushalt ein neues Gerät anschaffen, ergab eine Branchenstudie. Damit hebt sich Deutschland deutlich von anderen Ländern ab, wo das Geschäft unter anderem von der Euro-Schuldenkrise belastet wird.

"Die Hallen sind voll"

Die Technikbegeisterung zeigt sich nicht nur in den Verkaufszahlen, sondern auch auf der Messe, die am Freitag mit einem großen Besucherandrang begann. "Die Hallen sind voll", sagte ein Sprecher. Auf dem Berliner Messegelände am Funkturm zeigen bis zum 5. September insgesamt 1439 Aussteller ihre Neuheiten. Im Mittelpunkt stehen Flachbild-Fernseher mit Internet-Anschluss sowie Smartphones, Tablets und passende Audiotechnik. Die Hausgeräte-Branche zeigt vor allem sparsamere Produkte.

Im vergangenen Jahr kamen 238.000 Besucher zur Ifa, die Messe will diesen Erfolg zumindest wiederholen. Die Zahl der Fachbesucher liege bereits über den 133.000 des Vorjahres, sagte der Sprecher. "Die Stimmung unter den Fachbesuchern ist sehr gut. Wir rechnen damit, dass der Verlauf der Ifa positiv sein wird."

Funkausstellung Das gibt es auf der Ifa zu sehen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hob zum Start der Messe in einer Videobotschaft den Einfluss der Branche hervor. "Für die Entwicklung unserer Wirtschaft und unseres Arbeitsmarktes spielen die Unternehmen der Branche eine wichtige Rolle", sagte Merkel. Die Innovationen verdeutlichten die Bedeutung Deutschlands als High-Tech-Standort. Die Bundeskanzlerin selbst war vor dem Ifa-Start nach China gereist.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gab sich auf der Messe als Technik-Fan zu erkennen. "Ich hab fast alles", sagte er während seines Eröffnungsrundgangs am Freitag. Smartphone und Flatscreen-TV müssten aber nicht immer die neusten Modelle sein. "Da muss man aufpassen, man kann ja nicht jedes Jahr einen neuen Fernseher kaufen."

Das große Thema auf der Ifa ist das Internet auf dem Fernseher. Verbraucher können sich erstmals ein Bild davon machen, wie die vernetzte TV-Zukunft aus Sicht von Google aussehen soll. Der Konzern hat mit Google TV eine Plattform entwickelt, die den Fernseher zum Internet-Rechner macht.

Dort starten Online-Dienste wie Youtube und ein Browser auf Tastendruck. Mit Apps lassen sich die Geräte erweitern, zum Beispiel um Spiele, Nachrichten oder die Wettervorhersage. Die Software, die auf dem Mobil-Betriebssystem Android basiert, ist außerdem für die Steuerung mit der Fernbedienung angepasst. Die erste Generation von Google TV hatte in den USA allerdings weitaus weniger Erfolg als erhofft. Logitech , ein Partner der ersten Stunde, beendete die Kooperation. Nun startet Google  den zweiten Versuch - in Deutschland ist es der erste Anlauf.

Hier kommt zunächst eine Set-Top-Box von Sony  heraus, schon im Laufe dieses Monats soll das 200 Euro teure Gerät in den Verkauf gehen. Der Internet Player NSZ-GS7 ist eine Nachrüst-Lösung, die sich mit einem HDMI-Kabel an den Fernseher anschließen lässt. Besucher können das Gerät auf der Ausstellung ansehen.

Der japanische Konzern verlässt sich bei den Inhalten nicht nur auf den Partner: Er hat dem hauseigenen Sony Entertainment Network einen prominenten Platz reserviert. Dagegen ist der Zugriff auf die Videos auf der Google-Plattform Play derzeit nicht möglich - daran wird aber gearbeitet. Um die Steuerung zu erleichtern, hat Sony eine Fernbedienung entwickelt, die neben den klassischen Elementen auch ein Touchpad sowie eine volle Tastatur hat.

Wichtige Ordermesse vor dem Weihnachtsgeschäft

Das gleiche Konzept verfolgt der chinesische Hersteller Hisense. Dessen schlichte schwarze Box namens Pulse rüstet den Fernseher um diverse Dienste des Internetkonzerns auf, zum Beispiel die Web-Suche und YouTube; auch der Browser Chrome ist an Bord. Nutzer können von der Online-Plattform Google Play Filme herunterladen. Wie Sony hat Hisense eine Fernbedienung mit umseitiger Tastatur entwickelt. Bei einer Vorführung ließ sich die Box allerdings noch nicht sehr flüssig steuern.

Die Ifa ist kurz vor dem Weihnachtsgeschäft eine wichtige Ordermesse. Im vergangenen Jahr wurden Aufträge für mehr als 3,7 Mrd. Euro in Berlin abgeschlossen. Die Ausstellerzahl stagniert in diesem Jahr - die Messe führt dies aber auch auf das eingeschränkte Platzangebot zurück. Zum Jahr 2014 sollen neue Flächen hinzukommen.

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  • FTD.de, 01.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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