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  FTD-Serie: Internationale Luftfahrtshow 2008

Zum Auftakt der internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin haben sich die Sorgen der Branchenvertreter potenziert: Steigende Ölpreise, ein schwacher US-Dollar und die erlahmende US-Konjunktur belasten die Geschäftsentwicklung. Verzögerungen beim Bau neuer Flugzeuge, Sparprogramme, aber auch neue Technologien beherrschen die Diskussionen auf der ältesten Luftfahrtmesse.

Merken   Drucken   27.05.2008, 07:00 Schriftgröße: AAA

ILA 2008: Boeing stolpert beim Technologiesprung

Mit dem Dreamliner leitet Boeing eine neue Ära im Flugzeugbau ein. Doch Probleme bei der Zulieferung haben das Projekt schon um zwei Jahre verzögert. Letztlich hängt sogar das Schicksal des Konzerns vom Gelingen ab. von Gerhard Hegmann
Der Boeing-Konzernchef fasst das Desaster in einem Satz zusammen: "Wir haben alle daraus gelernt", sagte jüngst James McNerney bei der Vorlage der Quartalszahlen. Wieder einmal stellten Analysten bohrende Fragen danach, was bei der Entwicklung und Produktion des neuen Langstreckenmodells 787 Dreamliner alles schief laufe.
Und welche Fehler der größte US-Luftfahrtkonzern bei seiner ersten kompletten Neuentwicklung eines neuen Passagierflugzeugs seit 13 Jahren gemacht habe. McNerney deutet mit Formulierungen wie "einiges ist schwieriger, als wir es erwartet hätten" an, was in der Branche ein offenes Geheimnis ist:
Boeing  hat bei der Produktion zu viele Arbeitsanteile auf weltweit verstreute Zulieferer übertragen. So ging die Kontrolle verloren. "Baugruppen kamen nicht so an, wie wir uns das vorgestellt hatten", sagt Zivilflugzeugchef Scott Carson.
Strategische Fehler der Vergangenheit
Boeing-Chef McNerney und Carson müssen jetzt das Beste aus Schlüsselentscheidungen ihrer Vorgänger machen. Diese standen unter erheblichem Druck und setzten auf volles Risiko: eine neue Fertigungstechnologie im Flugzeugbau und gleichzeitig eine neue Lieferantenstruktur.
Der Beschluss fiel in einer Zeit, in der der US-Konzern einigen Angriffen ausgesetzt war. Anfang des Jahrzehnts wurden einige Zweifel daran laut, ob das einst so stolze Unternehmen heute noch mit Airbus mithalten könne.
Bilderserie Bilderserie: ILA zeigt die Stars der Lüfte
Jahr für Jahr hatten die Europäer den Amerikanern Marktanteile abgenommen. Neue Boeing-Projekte wie ein geänderter Jumbojet oder das fast Schallgeschwindigkeit fliegende Modell Sonic Cruiser floppten.
Arbeitsteilung bei Boeing   Arbeitsteilung bei Boeing
Neue Wege in der Fertigung
Hinzu kam die Branchenkrise nach den Terroranschlägen im September 2001. Im Dezember 2003 verkündete dann der damalige Boeing-Konzernchef Harry Stonecipher den Bau des damals noch als 7E7 bezeichneten, komplett neuen Flugzeugs.
"Die 7E7 wird das Spiel verändern", sagte Stonecipher, und der damalige Zivilflugzeugchef und heutige Ford-Chef Alan Mulally bekräftigte: "Genießt diesen Augenblick. Dies ist ein großartiger Einstieg in das zweite Luftfahrt-Jahrhundert."
Tatsächlich ist bei der 787, wie sie heute heißt, fast alles anders als bei den anderen Modellen von Airbus  und Boeing . Es ist das erste große Verkehrsflugzeug, dessen Rumpf und Flügel aus leichten Verbundwerkstoffen und nicht aus Aluminium bestehen. Das soll Treibstoff sparen.

Teil 2: 787 als Schicksalsflugzeug

  • FTD.de, 27.05.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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