Das Wort Industrie stand traditionell für qualmende Fabrikschlote und Kraftwerke sowie für lärmende und rußwolkenspeiende Baumaschinen und Lkw, kurzum für alles, nur nicht für Klimaschutz. Das hat sich grundlegend geändert: Es ist längst keine Imagepflege mehr, wenn Industrie-Unternehmen Biokraftstoffe herstellen, Solarkraftwerke errichten oder einen Solarmodulhersteller kaufen.
Es geht nicht darum, sich in der Öffentlichkeit als "öko" zu präsentieren, sondern um internationalen Wettbewerb. Unternehmen wie Siemens, Alstom, Deutz und Voith haben vor vielen Jahren bereits auf "grüne Technologien" gesetzt und damit die Weichen für die Zukunft gestellt. Diesem auch als Umwelttechnik oder "Cleantech-Branche" bezeichneten Wirtschaftszweig prophezeien Beobachter einen ähnlichen Boom wie zu ihrer Zeit der New Economy.
Er könne schon bald die Autoindustrie überholen, sagen Experten. Grundlage ist das deutsche Technik-Know-how und die Tatsache, dass man hierzulande den Trend frühzeitig erkannt hat. Seit rund 20 Jahren bereits engagieren sich deutsche Industrieunternehmen in dem Bereich der effizienzsteigernden und ressourcenschonenden Techniken, sagt Thorsten Herdan, Energieexperte beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). "Maschinenbau ist Energietechnologie und damit auch Umwelt- und Klimaschutztechnologie", betont Herdan. Hinzu kommen politische Vorgaben, die die Entwicklung dieses Marktes beflügeln.