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Merken   Drucken   23.01.2012, 09:30 Schriftgröße: AAA

Inoxum: Thyssen will Edelstahl an Finnen losschlagen

Am liebsten hätten die Essener die Sparte an die Börse gebracht. Doch daraus wurde nichts. Deshalb verhandelt ThyssenKrupp mit einem finnischen Unternehmen. Zusammen können die beiden einen neuen Marktführer schmieden.
Der Mischkonzern ThyssenKrupp  verhandelt mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu über die Zukunft seiner Edelstahlsparte. "Wir haben Gespräche mit Outokumpu begonnen", sagte ein Konzernsprecher am Montag Reuters. Dabei werde eine "mögliche Zusammenführung" geprüft. Es könnte ein neuer Edelstahl-Weltmarktführer mit dann 18.000 Mitarbeitern und mehr als 10 Mrd. Milliarden Euro Umsatz entstehen.
Kursinformationen und Charts
  ThyssenKrupp 13,345 EUR  [-0.535 -3,85%
Mit einer Trennung von der Sparte käme Vorstandschef Heinrich Hiersinger einen Schritt bei seinem Konzernumbau voran. ThyssenKrupp hatte im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust erlitten und steht vor großen Veränderungen. Im Herbst hatte er aber erkennen müssen, dass ein Börsengang der Sparte bei dem aktuellen Marktumfeld nicht zu realisieren ist.
Offenbar sind die Gespräche schon weit gediehen. "ThyssenKrupp verhandelt bereits seit einiger Zeit mit Outokumpu", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. "ThyssenKrupp strebt einen Komplettverkauf der Tochter Inoxum an." Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Der Konzern peile aber eine rasche Vereinbarung an. "Der Aufsichtsrat muss noch zustimmen."
ThyssenKrupp-Chef Hiesinger baut das Unternehmen um   ThyssenKrupp-Chef Hiesinger baut das Unternehmen um
Experten beziffern den Wert der ThyssenKrupp-Tochter auf 1 bis 2 Mrd. Euro. Ein Zusammenschluss der Edelstahlgeschäfte der beiden Unternehmen würde die erwartete Konsolidierung der Branche einen großen Schritt voranbringen, die unter Überkapazitäten leidet.
Kartellbehörden könnten Einwände haben
Wegen der Größe der Geschäfte und der überschaubaren Zahl von Anbietern müssten vermutlich Zugeständnisse an die Kartellbehörden gemacht werden. Neben ThyssenKrupp und Outokumpu gehören die ArcelorMittal -Abspaltung Aperam und Acerinox aus Spanien zu den wichtigsten Größen im Markt.
ThyssenKrupp hält sich bei Inoxum offiziell weiter alle drei Möglichkeiten für eine Abtrennung - einen Börsengang, eine Abspaltung und einen Verkauf - offen. "Bei einem Verkauf würde ThyssenKrupp am meisten bekommen", sagte der Insider. An einen Börsengang sei wegen des Markumfeldes weiter nicht zu denken. Bei einer Abspaltung würde der Konzern nichts einnehmen und könne nur eine begrenzte Höhe an Schulden mit übertragen.
"Ein Verkauf ist die wahrscheinlichste Variante" hatten vor wenigen Tagen mehrere Insider aus dem Umfeld von ThyssenKrupp und bei Investmentbanken gesagt. Schon im Februar könne es soweit sein. ThyssenKrupp-Vorstandschef Hiesinger hatte auf der Hauptversammlung am Freitag bekräftigt, die Tochter mit weltweit 11.000 Beschäftigten, etwa die Hälfte davon in Deutschland, bis Ende dieses Jahres abzustoßen.
Bei einem Verkauf hat aber auch die Arbeitnehmerseite ein wichtiges Wort mitzusprechen. Sie habe bereits ein Gespräch mit den Finnen geführt, sagte ein hochrangiger Vertreter der Arbeitnehmer. "Dabei haben wir sehr deutlich gemacht, dass die Verträge und Zusagen zwischen ThyssenKrupp und der Arbeitnehmerseite einzuhalten sind", sagte der Vertreter. Gerieten Standorte der Sparte in Gefahr, drohe ein "Riesenärger" mit den Arbeitnehmern.
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ThyssenKrupp 13,345 EUR   -3,85%  -0.535
  • FTD.de, 23.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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