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05.03.2011, 11:00
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Inselstrom:
Islands Vulkane sollen Europa mit Energie versorgen
Die Insel ist das Gelobte Land der erneuerbaren Energien. Strom wird fast ausschließlich durch Erdwärme und Wasserkraft erzeugt. Nun will Island die grüne Energie zum Exportschlager machen.
von Michelle Röttger, Hamburg
Nach dem Schock durch die Finanzkrise und einer drohenden Staatspleite, will die Regierung den grünen Strom nun zum Exportschlage für Europa machen. Bisher fehlt aber ein entscheidendes Detail, um die Energie wirklich zum Festland zu senden: das Kabel. Nun stehen die Chancen bessern denn je, das dieses Kabel kommt.
Mit der Lösung des Problems befasst sich seit vergangenem April der staatliche Energiekonzern Landsvirkjun. Er untersucht verschiedene Lösungen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Die kürzeste Route läge mit 1170 Kilometern zwischen Island und Schottland, die längste zwischen Island und Deutschland misst 1900 Kilometer. Noch sind die Untersuchungen nicht abgeschlossen, aber schon jetzt ist klar, das Projekt ist machbar.
Bald könnte das isländische Hellisheidi-Kraftwerk die Energie des Vulkans Hengill auch in Strom für Europa wandeln
"Ob es ein Kabel von Island zum Festland geben wird, ist eine reine Frage der Wirtschaftlichkeit", sagt Wilfried Breuer, Leiter des HGÜ-Geschäfts bei
Siemens . Technisch ließe sich das Projekt ohne Weiteres umsetzen - auch wenn das Kabel mehr als doppelt so lang wäre wie die bisher längste Verbindung zwischen Norwegen und den Niederlanden. Auch Meerestiefen von bis zu einem Kilometer seien kein Problem. Im Mittelmeer gebe es bereits tiefere Kabel.
Island prüft zwar schon seit Jahrzehnten die Machbarkeit einer Kabelverbindung zum Festland. Doch dieses Mal ist eines anders: die Energiekosten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Verlegung des Kabels lohnt, steigt mit der Strompreisdifferenz zwischen Island und Europa", sagt Landsvirkjun-Chef Hordur Arnason.
Island erzeugt 73 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft und 27 Prozent aus Geothermie. Im Gegensatz zu anderen Kraftwerken brauchen die Anlagen keine Brennstoffe. Zudem ist die so in Island produzierte Elektrizität günstiger als in anderen Ländern. Die Energie ist so überreich vorhanden, dass die Hauptstadt Reykjavik im Winter sogar Straßen heizt.
Teil 2: Die Potenziale Islands
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FTD.de, 05.03.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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