Wolfgang-Dietrich Hein, Vorstandsvorsitzender der IWKA
Zusätzlich wurde das Ergebnis durch den Konzernumbau belastet, den Hein zur Sanierung des Unternehmens durchgesetzt hat. 2004 hatte
IWKA noch einen Überschuss von 50 Mio. Euro erwirtschaftet.
Die schlechten Zahlen konnten die Erwartungen der Investoren aber nicht trüben. Der Markt glaubt daran, dass IWKA in die Gewinnzone zurückkehrt. Die im MDax notierte Aktie legte am Dienstag um 3,8 Prozent auf 23,25 Euro zu. Anfang Dezember hatte sie noch bei 16 Euro gelegen. "Wir erwarten bereits im laufenden Jahr eine deutlich positive Cashflow- und Ergebnisentwicklung", sagte Hein bei Vorlage der vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr. Eine detaillierte Prognose sowie das genaue Ergebnis wird er am 29. März vorlegen.
Garant für den Turnaround
Als Garant für den Turnaround gilt auch Guy Wyser-Pratte. Der umstrittene US-Investor war Ende 2003 bei IWKA eingestiegen und hält rund sieben Prozent der Anteile. Gemeinsam mit US-Fonds und britischen Investoren hatte Wyser-Pratte den Rücktritt des langjährigen Konzernchefs Hans Fahr durchgesetzt. Die Investoren stehen hinter dem Konzept des Sanierers Hein, der alle drei Konzernsparten auf ihr Kerngeschäft konzentrieren will.
Den Verkauf von Randgeschäften will IWKA in diesem Jahr abschließen. Die Kosten für den Umbau des Unternehmens im vergangenen Jahr beziffert IWKA auf 40 Mio. Euro. Hinzu kommen Verluste durch den Verkauf der Zerspanungsgruppe Ex-Cell-O von 55 Mio. Euro. Operativ hatte Ex-Cell-O das Ergebnis 2005 mit weiteren 40 Mio. Euro belastet.
Der Konzernumsatz war im abgelaufenen Jahr von 2,35 Mrd. Euro auf 2,07 Mrd. Euro gesunken. Ohne die Erlöse der zum Verkauf stehenden oder bereits verkauften Tochterfirmen blieb er mit 1,62 Mrd. Euro nahezu stabil.
Auslöser der Umsatzschwäche waren zuletzt vor allem mangelnde Investitionen der Automobilbauer. Sie hatten der Industrierobotersparte von IWKA bis 2004 gute Geschäfte beschert. 2005 aber brach der Umsatz der einst renditestärksten Konzernsparte um 23 Prozent ein. Der frühere Plan, die Sparten Automobil- und Verpackungstechnik abzuspalten und IWKA ganz auf Robotik zu konzentrieren, ist damit endgültig aus der Diskussion.