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Merken   Drucken   09.11.2005, 15:53 Schriftgröße: AAA

IWKA-Chef Hein wirft Fahr Entscheidungsschwäche vor  

Der neue Vorstandschef des Karlsruher Maschinen- und Anlagenbauers IWKA hat auf der außerordentlichen Hauptversammlung deutliche Kritik an seinem Vorgänger geübt. von Matthias Ruch
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Vor dem Hintergrund schlechter Quartalszahlen und widersprüchlicher Meldungen über die künftige Konzernstrategie gab sich Wolfgang-Dietrich Hein kämpferisch und hart: "Wir werden unser Portfolio konsequent um nicht ausreichend profitable Felder bereinigen", kündigte er an. Dabei zwängen die Ergebnisse dazu, "bei der laufenden Restrukturierung einen noch härteren Kurs einzuschlagen". Weitere Kostensenkungen im Jahr 2006 seien unumgänglich.
In den ersten neun Monaten verbuchte IWKA  bei einem Umsatz von 1,3 Mrd. Euro einen Nettoverlust von 24,5 Mio. Euro. Vor allem der Rückgang der Aufträge und der zunehmende Margendruck aus der Automobilindustrie macht IWKA zu schaffen. Für die ersten neun Monate weist der Konzern allein für die Ex-Cell-O-Gruppe, die möglichst bald verkauft werden soll, einen Verlust von 20,5 Mio. Euro aus. Für das Gesamtjahr rechnet IWKA nun ebenfalls mit einem Verlust. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten im Papiere gaben knapp fünf Prozent auf 18,53 Euro nach.
Neue Strategie
Die neue Strategie, die der Vorstand derzeit mit der Beratungsgesellschaft Boston Consulting entwickelt, will Hein in wenigen Wochen vorstellen. Ende Oktober hatte sich der Vorstandschef mit dem umstrittenen Großinvestor Guy Wyser-Pratte in New York über die künftige Strategie abgestimmt. Meldungen, wonach er IWKA zerschlagen wolle, habe der US-Investor dabei erneut zurück gewiesen, sagte Hein am Dienstag. "Die Strategie ist im Groben fertig", bestätigte er im Gespräch mit der FTD. "Ich möchte aber keine Prosa erzählen - ich muss erst die Zahlen sehen." Gemeinsam mit Bosten Consulting arbeitet der Vorstand derzeit an seiner Strategie. "Die muss dann mindestens drei bis fünf Jahre halten, sonst sind wir unglaubwürdig", sagte Hein.
Als "wesentliches Problem" unter der Führung seines Vorgängers Hans Fahr, den Hein nicht beim Namen nannte, machte der neue Vorstandschef "Defizite in der Führung" aus: "Wenn dann noch Entscheidungsschwäche hinzu kommt, darf man sich nicht wundern, dass etwa verlustreiche Beteiligungen jahrelang mitgeschleppt wurden." Vor dem Ausscheiden von Fahr war dessen Vertrag noch bis Mai 2009 verlängert worden - eine Tatsache, die auf der Hauptversammlung auf großen Unmut stieß.
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  • Aus der FTD vom 10.11.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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