Der Siemens-Gewinn war bereits im Geschäftsjahr 2004/05 stark gesunken. Von Oktober bis Dezember 2005 ging der Konzern-Überschuss noch einmal um 19 Prozent auf 813 Mio. Euro zurück, teilte Siemens am Donnerstag vor der Hauptversammlung in München mit. Von Reuters befragte Analysten hatten den Gewinn im Schnitt auf 971 Mio. Euro geschätzt.
Vorstandschef Klaus Kleinfeld gab sich angesichts eines stark gestiegenen Auftragseingangs aber zuversichtlich, die für 2007 gesteckten Renditeziele pünktlich zu erreichen. "Wir sind gut in 2006 gestartet. Mit all unseren Maßnahmen, einschließlich des Verkaufs der Produktnahen Dienstleistungen von SBS, gehen wir auf unser Ziel zu", sagte er. Die meisten Bereiche hätten im Weihnachtsquartal schon mehr Gewinn erwirtschaftet als im Vergleichszeitraum 2004, hieß es. Das operative Ergebnis der Bereiche sank um ein Zehntel auf 1,4 Mrd. Euro.
Die Einbußen führte Siemens unter anderem auf hohe Restrukturierungskosten in der Telekommunikationssparte und beim IT-Dienstleister SBS zurück.
Umsatz und Auftragseingang konnte Siemens so stark steigern wie seit Jahren nicht mehr. Die Erlöse wuchsen auf vergleichbarer Basis vor allem dank einer starken Nachfrage in Asien um 22 Prozent auf 20,7 Mrd. Euro. Der Auftragseingang legte sogar um 31 Prozent auf knapp 26,8 Mrd. Euro zu.
Das Ergebnis des IT-Bereichs war dem Unternehmen zufolge ebenso von den Kosten für die Sanierung belastet wie die Telekom-Sparte Com. Insgesamt habe Siemens im ersten Quartal etwa 350 Mio. Euro für den Umbau der Sparten ausgegeben, sagte Kleinfeld vor Journalisten. "Wir sind bei unseren Personalabbau-Zielen und der Prozessoptimierung im ersten Quartal gut vorangekommen", sagte er. Siemens habe ein gutes Stück der Restrukturierung hinter sich, sei aber noch nicht am Ziel. "Wir werden daran gemessen, ob wir unsere Hausaufgaben sorgfältig erledigen", sagte der Konzernchef. Siemens habe einen Teil der Wegstrecke noch vor sich. Aktie tendiert fester Der stark gestiegene Auftragseingang stimmte die Anleger positiv. Die Aktie stieg vorbörslich auf der elektronischen Handelsplattform Instinet um drei Prozent. "Vom Gewinn her gesehen war das Quartalsergebnis sehr enttäuschend", sagte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing. "Allerdings wurden hohe Restrukturierungsaufwendungen verbucht, die das Ergebnis gedrückt haben", ergänzte er. "Erfreulich ist jedoch der deutlich über den Erwartungen liegende Auftragseingang." Zur Dax-30-KurslisteZum ftd-BörsentickerZum persönlichen PortfolioZur Stoxx 50-Kursliste