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Merken   Drucken   15.11.2011, 19:57 Schriftgröße: AAA

Kopf des Tages: Akbar al-Bakir - Der Freche von Qatar Airways

Nach Belieben verspottet der Chef der katarischen Fluggesellschaft die Flugzeughersteller Airbus und Boeing. Sie sind von ihm abhängig - und er weiß das. von Gerhard Hegmann  München und Jennifer Lachman  Hamburg
Diesmal trifft es Europas Flugzeughersteller: "Airbus lernt gerade, wie man Flugzeuge baut", tönte Akbar al-Bakir, der Chef der staatlichen Fluggesellschaft des Emirats Katar, am Dienstag auf der Branchenmesse in Dubai. Soeben hatte er eine Pressekonferenz zur Verkündung eines Milliardenauftrags platzen lassen. Man stecke in einer Sackgasse, umschreibt Akbar al-Bakir die Lage. "Wenn es gelöst wird, wunderbar. Wenn nicht, auf Wiedersehen."
Es ging um 50 Flugzeuge vom Typ A320 Neo und fünf zusätzliche Riesen-Airbus A380 für Qatar Airways. Ein 6,5-Mrd.-Dollar-Deal, laut Listenpreis. Hinter den Kulissen wurde eilig nachverhandelt - vermutlich um Rabatte. Stunden später trat al-Bakir erneut vor die Mikrofone, und Airbus-Verkaufschef John Leahy sprach doppeldeutig von einer "einzigartigen Beziehung, die wir im Laufe der Jahre zu unseren Freunden bei Qatar Airways aufbauen konnten". Der Vertrag jedenfalls ist nun unterschieben.
Airbus-Schreck Akbar al-Bakir - Chef von Qatar Airways - weiß ...   Airbus-Schreck Akbar al-Bakir - Chef von Qatar Airways - weiß genau, wie er mit den Herstellern umgehen muss: undiplomatisch
Diese Art des Verhandelns ist ganz nach al-Bakirs Geschmack. Er provoziert, redet Klartext und versteht etwas vom Geschäft. Der in Doha geborene studierte Wirtschaftswissenschaftler hat selbst eine Pilotenlizenz.
Al-Bakir nimmt bei seinen frechen Aktionen keinen aus: Auch bei Boeing  kann man sich noch an eine Riesenblamage erinnern. Einen Tag vor der Erstauslieferung des neuen Frachtjumbos 747-8 an Cargolux im September musste Boeing die Feierlichkeiten abblasen. Cargolux-Verwaltungsrat al-Bakir verweigerte die Abnahme. Grund: zu hoher Treibstoffverbrauch.
Doch richtig ärgert ihn Grundsätzliches: Ihm schmeckt es gar nicht, dass Airbus und Boeing ihre Lieferzeiten nicht einhalten. Boeing werde "von Erbsenzählern und Juristen" geführt, polterte er auf der Pariser Luftfahrtmesse 2009, als wieder einmal eine Verspätung beim 787 Dreamliner verkündet wurde, der künftig auch zur Flotte von Qatar Airways gehört.

Teil 2: "Ganz sicher kein Diplomat"

  • Aus der FTD vom 16.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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