Zwischen April und Juni habe das Unternehmen, das einen rigiden Sparkurs fährt, bei einem Umsatz von 1,86 Mrd. Euro einen Überschuss von 24 Mio. Euro erwirtschaftet, teilte das MDax-Unternehmen mit. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Prozent zu. Vor einem Jahr noch hatte der der viertgrößte Chemiekonzern in Deutschland einen Verlust von 29 Mio. Euro ausgewiesen.
Ergebnisprognose übertroffen
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten habe um 41,7 Prozent auf 163 Mio. Euro zugelegt, teilte der Konzern in Leverkusen mit. Damit übertraf das Unternehmen, das 2004 aus dem Bayer-Konzern ausgegliedert worden war, die Analystenerwartungen deutlich. Im Januar ging das Unternehmen an die Börse und ist seither in Streubesitz.
Zweites Sparpaket angekündigt
"Bereits eingeleitete Restrukturierungen und die konsequent angewandte Preis-vor-Mengen-Strategie haben sich positiv auf unser Ergebnis ausgewirkt", sagte
Lanxess -Chef Axel Heitmann. Der Konzern habe jedoch nach wie vor "strukturelle Defizite", die Neuausrichtung habe "weiterhin höchste Priorität". Als Ziel nannte Heitmann die Schließung der Ergebnislücke zum Wettweb. Der Lanxess-Chef kündigte daher ein zweites Restrukturierungspaket an.
Einsparungen von 60 Mio. Euro
Der Konzern will jährliche Einsparungen von 60 Mio. Euro erzielen, zwei Drittel davon sollen bereits 2007 eingefahren werden. Dabei werde es auch Schließungen nicht-profitabler Standorte, vor allem in den USA und Europa geben. Etwa 450 Stellen sind von dem Sparpaket betroffen, bis 2008 sind dafür Einmalkosten von rund 100 Mio. Euro veranschlagt.
Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun, bei einem moderaten Umsatzanstieg ein Ebitda vor Sonderposten von 550 bis 560 Mio. Euro zu erreichen. Das wäre ein Plus von mindestens 23 Prozent. Bislang war nur ein Zuwachs von mehr als 10 Prozent in Aussicht gestellt worden.
Das Management hatte angekündigt, durch massive Restrukturierungen und Stellenkürzungen die langfristige Überlebensfähigkeit des Konzerns sichern zu wollen. In Deutschland war im Juni ein Maßnahmenbündel unter Dach und Fach gebracht worden, mit dem die Verluste schreibenden Bereiche Feinchemikalien und Kunststoffe (Styrenic Resins) neu ausgerichtet werden sollen. Das Sparpaket sieht den Abbau von insgesamt 960 Stellen in den Bereichen bis Ende 2007 vor.