Prototypen werden auf der Hannover Messe vorgestellt. Die Karte mit einer Größe von vier mal vier Zentimetern wird in die Maschine eingeführt. "Der Serienstart ist für das zweite Halbjahr geplant", sagte Wibu-Systems-Chef Oliver Winzenried der FTD. "Nur wer im Besitz dieser Karte ist, kann die Maschine zum Laufen bringen", so Winzenried, dessen Firma auf Kopierschutz für PC-Software spezialisiert ist.
Bisher gab es für Software in Industriemaschinen keinen richtigen Schutz. Dabei entsteht allein der deutschen Investitionsgüterindustrie durch Plagiate laut des Maschinenbauverbands VDMA ein Schaden von 5 Mrd. Euro im Jahr. Der Umsatzverlust für die Unternehmen liegt demnach zwischen drei und fünf Prozent. Ist die IT einer Maschine geschützt, können Produktpiraten das Gerät nicht nachbauen. Denn die Embedded Software, also Programme, die eine Maschine zum Laufen bringen, ist eng mit der Hardware vernetzt. Die Karte lasse sich in den Steckkartenplatz für die Speicherung von Programmen einführen, sagte Winzenried. Die Karte zähle zudem mit, wie viel Ware eine Maschine produziert. Denn in vielen Fabriken in Asien legen Arbeiter nach Feierabend Sonderschichten ein, um heimlich für den Schwarzmarkt zu produzieren.
Das Projekt Pro-Protect wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Neben Wibu-Systems beteiligen sich der Holzmaschinenhersteller Homag an der Initiative sowie der Stickmaschinenbauer ZSK, der Softwarehersteller GIS und das Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe.