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Merken   Drucken   13.01.2012, 11:25 Schriftgröße: AAA

Megatrend Batterien: SAP-Gründer investiert in Stromspeicher

Klaus Tschira hat eine Nase für Zukunftsbranchen. Jetzt investiert der SAP-Mitgründer in ein Berliner Startup, das sich auf Riesenbatterien zur Stromspeicherung konzentriert. Sie ergänzen im Bedarfsfall Wind- und Solaranlagen.
© Bild: 2011 Siemens AG
Exklusiv Klaus Tschira hat eine Nase für Zukunftsbranchen. Jetzt investiert der SAP-Mitgründer in ein Berliner Startup, das sich auf Riesenbatterien zur Stromspeicherung konzentriert. Sie ergänzen im Bedarfsfall Wind- und Solaranlagen. von Kathrin Werner  Hamburg
SAP -Mitgründer Klaus Tschira fördert die Zukunftstechnik Stromspeicher mit 20 Mio. Euro. Seine Investmentfirma Aeris Capital hat nach FTD-Informationen 27,5 Prozent an Younicos übernommen. Das Startup aus Berlin konzentriert sich auf Riesenbatterien, die Wind- und Sonnenstrom ergänzen, wenn weder Wind weht noch Sonne scheint - eine mögliche Lösung für eines der zentralen Probleme der Energiewende.
Das Investment des 71-Jährigen ist eines der größten, das Finanzinvestoren in der jungen Branche je getätigt haben. Für die Stromspeicher gibt es zwei große Märkte, die noch im Entstehen sind. Sollte der Durchbruch kommen, wartet ein Milliardengeschäft. Zum einen werden Batterien an Orten gebraucht, an denen es kein funktionierendes Stromnetz gibt, etwa auf Inseln oder anderen entlegenen Orten. Hier ersetzen die Batterien in Kombination mit Ökostrom die bislang verwendeten Dieselgeneratoren.
Klaus Tschira hat vor allem Software- und Biotech-Unternehmen ...   Klaus Tschira hat vor allem Software- und Biotech-Unternehmen gefördert - nun auch die Erneuerbare-Energien-Branche
Zum anderen spielen Speicher in entwickelten Ländern wie Deutschland eine entscheidende Rolle für die Umstellung auf erneuerbare Energien. Strom aus Wind und Sonne schwankt mit dem Wetter, der Verbrauch der Kunden aber nicht. Um Stromknappheit zu vermeiden, braucht es konventionelle Kraftwerke, die die Umwelt verschmutzen - oder eben Batterien.
Die Bedeutung der Stromspeichertechnik zeigt auch das Engagement eines weiteren prominenten Geldgebers: Wella-Erbe Immo Ströher hat ebenfalls Millionen in Younicos investiert. Seine Investmentgesellschaft Mithril hält mehr als 25 Prozent an dem Berliner Startup. Seine Tochter Cordula Ströher zieht nach FTD-Informationen demnächst sogar in den Aufsichtsrat der Firma ein.
Ströher ist einer der wichtigsten Investoren in deutsche Greentech-Firmen. Der Nachfahre des Friseurs und Wella-Gründers Franz Ströher hat gemeinsam mit seinen Verwandten durch den Verkauf des Familienunternehmens an Procter & Gamble  4,65 Mrd. Euro erlöst. Er hält unter anderem 44,5 Prozent am Solarmodulbauer Solon, der allerdings im Dezember nach jahrelangem Niedergang Insolvenz angemeldet hatte.
Tschira, der SAP 1972 mitgründete und noch 7,58 Prozent an dem Softwarehersteller hält, ist schon länger als Mäzen und Investor in Zukunftsbranchen tätig. Die Klaus-Tschira-Stiftung fördert Naturwissenschaften, Informatik und Mathematik sowie Nachwuchsforscher aus diesen Bereichen. Seine Investmentgesellschaft Aeris hat mehreren Dutzend kleinerer Unternehmen zusammen einen dreistelligen Millionbetrag gegeben. Dazu gehört das Biotech-Unternehmen Biopheresis, das eine neuartige Krebstherapie entwickelt. Der medienscheue Investor wolle sich nun verstärkt den erneuerbaren Energien zuwenden, hieß es in Branchenkreisen. Aeris erhält zwei Sitze im sechsköpfigen Younicos-Aufsichtsrat.
Das Unternehmen rüstet demnächst die Azoreninsel Graciosa mit einem riesigen Speicher aus. Dann wird sie komplett mit Ökostrom versorgt - ein rund 30 Mio. Euro teures Projekt. Ströher, die Younicos-Gründer Alexander Voigt und Clemens Triebel sowie andere Geldgeber haben gemeinsam bereits rund 25 Mio. Euro in das Unternehmen investiert. Der Umsatz lag in den vier Jahren seit Gründung jedoch nur bei rund 2 Mio. Euro, weil sich etliche Projekte wegen der Finanzkrise verzögerten.
 
19:07:55 Kursinformationen und Charts
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SAP 46,4 EUR   +1,02%  0.47
  • Aus der FTD vom 13.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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