Es ist der wahrscheinlich größte Auftrag für Kampfjets in diesem Jahrzehnt. Indien will 126 Jets im Wert von rund 10 Mrd. Dollar bestellen. Angeblich stehen die Modelle Eurofighter und Rafale in der Endrunde. Saab ist aus dem Rennen.
von Gerhard HegmannMünchen
Indien will 126 Modelle im Wert von rund 10 Mrd. Dollar bestellen. Auf der Bewerberliste standen bislang sechs Modelle aus den USA, Europa und Russland. Nun teilte der schwedische Rüstungskonzern Saab mit, dass sein Modell Gripen aus der Endausscheidung herausgefallen sei. Das habe Saab vom indischen Verteidigungsministerium erfahren.
Damit gäbe es noch fünf Bewerber. Mehrere indische Medien berichten, dass die Endrunde auf einen Zweikampf zwischen dem Eurofighter und dem französischen Rafale-Modell hinausläuft. Eine offizielle Bekanntgabe darüber sei in Kürze zu erwarten.
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Dem einmotorigen Gripen-Modell wurden unter Experten bisher schon relativ geringe Chancen eingeräumt. Sollte es tatsächlich auf einen europäischen Wettbewerb zwischen den leistungsstarken Modellen Eurofighter und Rafale hinauslaufen, wäre dies ein großer Rückschlag für die US-Militärstrategie und die Rüstungsfirmen Boeing und Lockheed. Bei Kampfflugzeugaufträgen ist die politische Komponente mindestens so wichtig, wie die technische Leistung des Jets, heißt es in der Branche. Die USA würden daher alles unternehmen, um den Auftrag zu bekommen.
Formal sind nach dem Ausscheiden des Gripen-Modells noch die amerikanischen Modelle F-16 (Hersteller: Lockheed Martin) und F/A-18 E/F Super Hornet (Boeing), das russische Modell MIG-35 (RSK-MiG), das französische Modell Rafale (Dassault) sowie der Eurofighter (EADS Deutschland/Spanien; BAE Systems Großbritannien; Alenia, Italien) im Rennen.
Die Inder fordern vom Gewinner, dass er eine Endmontage für den Kampfjet auf dem Subkontinent einrichtet. Zudem will Indien Einblick in die Technologie des Fliegers. Eine Auflage ist auch, dass 50 Prozent des Auftragswertes von der Gewinnerfirma in indische Rüstungsunternehmen investiert werden müssen. Alle Bewerber haben ihre Vorschläge für die Zusammenarbeit und die Zusatzinvestitionen bereits eingereicht. Die Details sind aber geheim.
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