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15.11.2011, 16:39
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Milliardenauftrag:
Qatar Airways nennt Airbus einen Flugzeugbau-Anfänger
Fachwissen reicht für einen guten Manager wohl nicht. Er braucht auch eine große Klappe. Der Airbus-Chef fragte sich schon mal, ob man bei Boeing Drogen raucht. Nun ist Enders selbst Ziel einer Stichel-Attacke: In Katar meckert der mächtige Airline-Boss.
von Annette Berger
Dicke Luft zwischen
Airbus und Qatar Airways. Auf der Luftfahrtmesse in Dubai sind das Management der Airline und des Flugzeugherstellers bei Verhandlungen über einen Milliardenauftrag aneinandergerasselt - und zwar nicht hinter verschlossenen Türen, sondern öffentlich.
Akbar Al Baker: Airbus lernt noch immer, wie man Flugzeuge baut
Vor allem für Airbus war es ein aufregender Tag. Über Stunden zitterten die Europäer, dass ihnen die Bestellung aus dem Emirat durch die Lappen geht. Zudem wurde der Chef von Qatar Airways auch noch frech und bezweifelte die Flugzeugbau-Expertise von Airbus.
Aber der Reihe nach: Zunächst platzte eine für Dienstagmorgen angesetzte Pressekonferenz, auf der der Großauftrag von Qatar Airways für Airbus verkündet werden sollte. Der Chef der Emirats-Fluglinie, Akbar Al Baker, spottete, Airbus sei "immer noch dabei zu lernen, wie man Flugzeuge baut".
"Wir sind in eine Sackgasse geraten", sagte Al Baker auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Airbus-Konkurrent Boeing. "Wenn wir da herauskommen, fein. Wenn nicht - dann Tschüss."
Einige Stunden später sackten die Europäer die Order dann doch noch ein: fünf zusätzliche A380 und 50 Maschinen der neuen, spritsparenden A320Neo. Das Geschäft hat nach Listenpreis einen Wert von 6,5 Mrd. Dollar.
Um die Großaufträge wird immer hart gerungen. Gestritten wird meist um Lieferbedingungen und Rabatte. Dass aber ein Beteiligter an den Verhandlungen öffentlich seinem Ärger Luft macht, ist ungewöhnlich.
Vielleicht hat Al Baker ja jetzt einen besonders ordentlichen Preisnachlass rausgehandelt. Der Manager ist für sein forsches Auftreten bekannt. Auch
Boeing musste sich schon Kritik um die Ohren hauen lassen. Auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris sagte er 2009, das Boeing-Management bestehe aus Erbsenzählern und Juristen. Damals war der arabische Airline-Chef sauer, dass die Amerikaner ihren Dreamliner zu spät liefern würden.
Teil 2: Streicheleinheiten für Boeing
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FTD.de, 15.11.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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