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17.01.2011, 10:57
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Milliardendeal mit Rosneft:
BPs zweite Chance in Russland
© Bild:
2011 AFP
Kaum ein Manager hat schlechtere Erfahrungen mit russischen Partnern gemacht als BP-Chef Dudley. Seine Lehre daraus: keine. Die Aktionäre freut es.
von Kathrin Werner München
Der russische Geheimdienst FSB stürmt Bob Dudleys Büro in Moskau, alles stellen die Agenten auf den Kopf. Fünf Monate lang versteckt sich BP-Manager Dudley vor den Häschern der Behörden. Ein Gericht zieht sein Visum ein. TNK-BP, das Joint Venture des britischen Ölkonzerns mit russischen Oligarchen, lenkt Dudley von einem geheimen Ort aus. Am Ende muss er das Land doch verlassen - das war im Sommer 2008.
Gebiet der Bohrrechte von Rosneft und BP
Szenen wie diese gibt es einige im Leben des BP-Chefs. Sie alle klingen mehr nach Spionagethriller als nach Unternehmensführung, sie alle spielen in Russland. Abgeschreckt haben sie den
BP -Chef nicht. Ganz im Gegenteil. Jetzt richtet er den Konzern, dessen Führung er erst im Oktober übernommen hat, auf Russland aus - mit einer milliardenschweren Überkreuzbeteiligung. Partner ist der russische Staatskonzern Rosneft. In einer ersten Reaktion am Montagmorgen bringt er der BP-Aktie an der Londoner Börse ein Plus von bis zu 2,5 Prozent.
Der Deal mit Russland hat Geschichte. Seit gut einem Jahr reisen die BP-Chefs nach Russland - erst Tony Hayward, nach dem Wechsel dann Dudley. Immer wieder treffen sie sich mit Präsident
Dmitri Medwedew , mit Ministerpräsident Wladimir Putin und dessen Stellvertreter, dem
Rosneft -Aufsichtsratschef Igor Setschin. Erst am Freitagabend war Dudley mal wieder bei Putin. Aus seiner Zeit bei TNK-BP hat er beste Kontakte zur russischen Polit-Elite.
Die größten Ölproduzenten in Russland
So etwas wie bei TNK-BP 2008 passiert BP nicht noch einmal, glaubt Dudley. "Kein westlicher Konzern kennt sich in Russland so gut aus wie BP", sagt ein Branchenvertreter. "Und kaum ein Manager so gut wie Dudley. Er hat aus den Problemen bei TNK-BP gelernt." Trotzdem warnen Kritiker vor den Risiken - vor allem vor politischen Meinungswechseln, überbordender Bürokratie und Korruption.
"Sie sollten sich eine gute Antikorruptionsstrategie zurechtlegen", sagt der britische Labour-Abgeordnete Chris Bryant. "So wie Russland funktioniert, könnte die Regierung am Ende alle enteignen, und die Assets landen dann in Gott weiß wessen Taschen." Rosneft ist einer der Erben des russischen Ölkonzerns Yukos, dessen Chef
Michail Chodorkowski kürzlich trotz internationaler Proteste zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Yukos wurde zerschlagen. Rosneft hat einen Großteil der Bohrrechte des Unternehmens übernommen.
Trotz der großen Vorkommen in der Arktis, auf die BP dank Rosneft Zugriff bekommt, sehen viele Anteilseigner die russischen Pläne kritisch: "Viele wichtige Aktionäre denken, dass sich schon viel zu viele Unternehmen in Russland die Finger verbrannt haben", sagt ein Banker der britischen Zeitung "Independent on Sunday". Um die Investoren zu beruhigen, plant Dudley eine Roadshow im Februar.
Teil 2: Warum die US-Politiker toben
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Aus der FTD vom 17.01.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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