Der belgische Konzern schluckt den Konkurrenten Rhodia. Den Aktionären bietet Solvay dafür einen Aufschlag von 50 Prozent auf den Kurs der Papiere. Der Deal ist für die Belgier die Eintrittskarte in die Schwellenländer.
Der belgische Chemiekonzern und Kunststoffhersteller Solvay will den französischen Konkurrenten Rhodia schlucken. Solvay biete für die ehemalige Chemiesparte von Rhône-Poulenc 31,60 Euro pro Aktie, was einem Gesamtwert von 3,4 Mrd. Euro entspreche, teilte das Unternehmen mit. Durch den Kauf entstehe ein Spezialchemie-Weltmarktführer mit 12 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr.
Den Zukauf will Solvay komplett aus eigenen Mitteln bestreiten. Die Belgier hatten 2009 ihr Pharmageschäft an den US-Konzern Abbott Laboratories verkauft und dadurch 4,5 Mrd. Euro in die Kasse bekommen. Schon damals hatte der Konzern angekündigt, den Erlös in das Chemie- und Kunststoffgeschäft zu stecken.
Der Kauf soll bis August abgeschlossen sein. Das Angebot sei ein Aufschlag von 50 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs von Rhodia, berichtete Solvay. Es sei vom Rhodia-Direktorium einstimmig angenommen worden. Zudem wurde am Sonntag ein Rahmenvertrag unterzeichnet. Rhodia-Vorstandschef Jean-Pierre Clamadieu wird demnach in den Solvay-Vorstand aufrücken.
Mit dem Schritt will das belgische Unternehmen sein Geschäft auf eine breitere Basis stellen und sich neue Märkte in Schwellenländern erschließen. "Wir sehen die Möglichkeit, das operative Ergebnis durch die Akquisition auf fast 2 Mrd. Euro zu verdoppeln", sagte Solvay-Chef Christian Jourquin. Das Einsparpotenzial nach der Übernahme beziffert der Konzern auf jährlich 250 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren. Zudem ergänze sich das Geschäft der beiden Firmen gut. Rhodia selbst bezeichnete den Schritt in der gemeinsamen Mitteilung als "fantastische Möglichkeit". Das französische Chemieunternehmen ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Spezialchemie-Anbieter und beschäftigt 14.000 Mitarbeiter in 25 Ländern.
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