Fiat-Chef Sergio Marchionne bringt sich als neuer Verbündeter für Suzuki ins Spiel. Der japanische Konzern könnte ein interessanter Partner für den asiatischen Markt sein, sagte Marchionne am Dienstag in Frankfurt. Suzuki hatte zuvor dem strategischen Partner Volkswagen die Freundschaft gekündigt und einen Ausstieg aus der seit knapp zwei Jahren bestehenden Kooperation beschlossen.
An dem Eklat war Marchionne selbst beteiligt: Eine Motorenkooperation ausgerechnet zwischen Fiat und Suzuki hatte Volkswagen am Sonntag veranlasst, den Japanern öffentlich Vertragsbruch vorzuwerfen und ihnen das Ultimatum zu stellen, das sie zum Bruch mit den Deutschen veranlasste.
Während Marchionne bereits frohlockte, betonten die einstigen Partner vor allem ihre Selbstständigkeit: "Es ist kein Problem für Suzuki, auf VW zu verzichten", erklärte Suzuki-Europa-Chef Minoru Amano der FTD. "Suzuki arbeitet bereits mit Mazda , Nissan und Fiat zusammen." Es sei möglich, mit einem dieser Partner auch bei neuen Technologien zu kooperieren.
Außerdem sei Suzuki selbst kompetent beim Bau umweltfreundlicher Antriebe wie Hybridmotoren. In Japan steht die Markteinführung eines Suzuki Swift mit Elektroantrieb und Verbrennungsmotor zur Stromproduktion während der Fahrt bevor - eine Technik, die Opel auch für seinen Ampera nutzt.
VW-Chef Martin Winterkorn betonte umgekehrt, ohne Suzuki klarzukommen. "Suzuki war eine Option. Wir können es auch alleine", sagte er. Volkswagen wolle seine 2009 erworbene Beteiligung von knapp einem Fünftel an Suzuki aber behalten. Die Japaner halten seitdem 1,5 Prozent an Volkswagen, wollen sich aber nach der Eskalation davon trennen.
Teil 2: Goldgräberstimmung in der Branche