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Merken   Drucken   23.08.2012, 11:50 Schriftgröße: AAA

Nachdenken über Zusammenarbeit: Gut, wenn Mercedes und Nissan kooperieren

Für eingefleischte Mercedes-Fahrer mag der Plan an Blasphemie grenzen: Der Stuttgarter Autobauer und Nissan wollen gemeinsam ein Auto bauen. Es gibt vernünftige Argumente für eine solche Kooperation.
© Bild: 2012 FTD.de/Daimler AG
Leitartikel Für eingefleischte Mercedes-Fahrer mag der Plan an Blasphemie grenzen: Der Stuttgarter Autobauer und Nissan wollen gemeinsam ein Auto bauen. Es gibt vernünftige Argumente für eine solche Kooperation.

Nicht mehr nur einzelne Teile der Premiummarke Infiniti stammen dann aus der Nissan-Produktion . Vielmehr werden große Teile des Modells eine deutsch-japanische Koproduktion sein, das Endergebnis ist ein Mercessan. Auch wenn das die äußere Optik womöglich nicht erkennen lässt und das eine Fahrzeug den noblen Stern trägt, das andere ein schlichtes Infiniti-Logo.

Daimler und Nissan könnten gemeinsam Autos bauen. Das ist ...

 

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Ähnlich wie dem Mercedes-Überzeugungstäter wird es den stolzen Beschäftigten gehen, die künftig praktisch nur noch zur Hälfte "beim Daimler " arbeiten. Aber selbst wenn der Stuttgarter Konzern bisher von der unverbrüchlichen Treue seiner Kunden und vom unbändigen Stolz seiner Mitarbeiter lebte: Diese Kulturrevolution ist notwendig.

Für Romantik ist kein Platz in einer Branche, die derzeit zwar floriert, aber in der ein sehr harter Verdrängungswettbewerb tobt. Das bekommt auch der Daimler-Konzern zu spüren, der von seinem Anspruch, Premiumhersteller Nummer eins zu sein, inzwischen ein deutliches Stück entfernt ist. Audi und BMW  haben etwa bei der operativen Marge einen deutlichen Vorsprung. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist deshalb geradezu gezwungen, bislang Unvorstellbares zu wagen, um die schärfsten Konkurrenten wieder zu überholen. Und sei es auf Kosten althergebrachter Denkvorgaben, die festlegten, dass so eine enge Koproduktion mit einem Japaner nichts bringt und den deutschen Edelstern nur beschädigen könnte.

Gut, die einst geschlossene Verbindung mit Chrysler zerbrach, und auch die Kooperation mit Mitsubishi Motors  ging schief. Trotzdem darf Daimler daraus nicht die Konsequenz ziehen, auf ewig ein Singledasein zu führen. Wer die Kosten senken und die Rendite steigern will, muss auf die Plattformstrategie setzen und verschiedene Modelle auf gemeinsamer Produktionsbasis herstellen können. Audi etwa profitiert hier von der großen VW-Markenwelt.

Daimler muss sich diesen Synergievorteil über eine Kooperation noch erschließen. Vorerst zielt Zetsches Kulturrevolution nur auf die A- und B-Klasse ab. Ist sie erfolgreich, dürfte sie auf die obere Premiumproduktion ausgeweitet werden und auch die C-Klasse, womöglich sogar die E-Klasse erfassen.

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