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Merken   Drucken   22.04.2009, 13:00 Schriftgröße: AAA

Neue Energien: Öko-Industrie soll Wirtschaft retten  

Die Hannover Messe steht im Zeichen der Grünen Technologie - denn von der kommen derzeit die einzigen guten Nachrichten: Noch in diesem Jahr will die Windenergiebranche zehntausend neue Jobs schaffen und ihren Umsatz um 1,5 Mrd. Euro steigern. Konjunkturflaute? Keine Spur. von Christiane Gläser
Grüne Technologie ist das Zauberwort, das aus dem wirtschaftlichen Abwärtsstrudel helfen soll. "Es setzen sich derzeit vor allem die Firmen durch, die frühzeitig auf den Klimaschutz gesetzt haben", sagt Hans-Peter Keitel , Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).
Stromsparende Technologien und erneuerbare Energie seien in Zeiten der Krise die wichtigsten Schlagworte für die deutsche Industrie, um dem Wirtschaftstief ein Schnippchen zu schlagen. Das betrifft laut BDI nicht nur die Herstellung, sondern auch die Anwendung. Energieeffizienz ist auch das Topthema der Messe in Hannover. Zudem feiert die neue internationale Leitmesse "Wind" mit rund 150 Ausstellern in diesem Jahr Premiere. "Die erneuerbaren Energien sind ein wichtiger Wachstumsmarkt für die Industrieunternehmen", sagt Keitel.
Siemens investiert in Windenergie
Zu den deutschen Firmen, die diesen Trend frühzeitig erkannt haben, zählt der Elektrokonzern Siemens . Er investiert seit Jahrzehnten in regenerative Energien, vor allem in die Windenergie. 19 Mrd. Euro Umsatz erzielte der Konzern im Jahr 2008 allein mit Windturbinen, das entspricht nach Siemens-Angaben rund einem Viertel des gesamten Umsatzes. 2009 will der Konzern insgesamt 300 Windenergieanlagen in fünf Meeresparks errichten.
Als Zulieferer setzt auch Continental  mit der Konzernsparte Contitech verstärkt auf den Zukunftsmarkt Windenergie. Als Experte für Schwingungstechnik entwickelt das Unternehmen mit Sitz in Hannover elastische Gummi- und Metallverbindungen für Windräder. Damit würden die Kolosse nicht nur leiser und sicherer, sondern seien auch weniger aufwendig in der Wartung, hieß es.
Bosch färbt sich mit Ersol grün
Auch Bosch baut sein Geschäft mit erneuerbaren Energien kräftig aus. Die Thüringer Bosch-Tochter Ersol will bis 2012 neue Fabriken für die Produktion von Solarzellen und Modulen errichten, die Forschung erweitern und 1100 neue Arbeitsplätze schaffen. Ein Werk für Solarzellen soll bereits im kommenden Jahr die Produktion aufnehmen. Rund 530 Mio. Euro investiert Ersol dafür.
Der Klimaschutz mit all seinen Facetten wird in der deutschen Industrie zu einem wichtigen Konjunkturmotor. "Die Unternehmen haben längst erkannt, dass Klimaschutz sinnvoll ist und sie auch selbst finanziell davon profitieren können", sagt BDI-Chef Keitel. Würden auch die klassischen Industrien auf diesen Zug aufspringen, könnten sie sich so neue Märkte erschließen oder alte erweitern.
  • dpa, 22.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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