Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen schaufelt das Familienunternehmen frisches Geld in die Kassen und verringert die Abhängigkeit von kreditgebenden Banken. Schaefflers operatives Geschäft läuft.
Der wegen der Continental-Übernahme hoch verschuldete Autozulieferer Schaeffler hat sich erneut frisches Geld beschafft. Institutionelle Anleger wie Versicherungen hätten dem Familienunternehmen Kredite in Höhe von von 1,4 Mrd. Euro gewährt, teilte Schaeffler am Mittwoch in Herzogenaurach mit.
Der Schritt ist ein weiterer Baustein bei dem Plan, sich aus dem Klammergriff der Kreditinstitute zu lösen. Mit dem neuen Kapital will der Zulieferer vor allem Bankschulden tilgen. Schon Anfang Februar hatte Schaeffler Anleihen im Gesamtwert von rund 2 Mrd. Euro bei Anlegern platziert. Die Kredite und Anleihen bezeichnet das Unternehmen als Teil eines Refinanzierungspakets, das Schaeffler Ende Januar zusammen mit seinen kreditgebenden Banken festgezurrt hatte.
Der fränkische Spezialist für Wälzlager, Motoren- und Getriebeteile hatte sich 2008 mit dem Kauf des dreimal so großen Autozulieferkonzerns Continental überhoben und saß zuletzt auf mehr als 12 Mrd. Euro Schulden. Die Zinsen für die beim Conti-Kauf aufgenommenen Milliardenkredite hatten das Unternehmen stark belastet.
Die Finanzkrise hatte seinerzeit die Lage zusätzlich verschlimmert - denn die Aufträge brachen ein. Seither treibt die zuvor extrem verschwiegene, wenig transparente Familiengesellschaft den Umbau zu einem kapitalmarktfähigen Konzern voran.
Inzwischen hat sich die finanzielle Lage von Schaeffler beruhigt. So legte das Unternehmen die Basis für die neue Finanzierung zuletzt mit glänzenden operativen Geschäftszahlen. Mit einer Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von zuletzt 21,9 Prozent ist Schaeffler einer der ertragsstärksten Zulieferkonzerne überhaupt. 2011 stieg der Umsatz um gut zehn Prozent auf 10,5 Mrd. Euro.
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