Die leichten Lkw der neuen Marke werden laut Daimler auf der Plattform des Fuso Canter basieren, im schweren Segment komme die Basis der Mercedes-Benz Lkw zum Einsatz. Derzeit werde die Produktion in dem Ort Oragadam bei Chennai aufgebaut. Schon jetzt beschäftige Daimler dort 650 Mitarbeiter in der Verwaltung. Wie viele Mitarbeiter das Werk insgesamt haben wird, wenn die Produktion im nächsten Jahr anläuft, sei noch nicht endgültig abzusehen, sagte die Sprecherin.
Fest steht dagegen die Investitionssumme: Innerhalb von fünf Jahren wollen die Stuttgarter rund 700 Mio. Euro in den Standort stecken. Die Fahrzeuge sollen die Gewichtsklasse zwischen 6 bis 49 Tonnen abdecken und in Indien entwickelt und gebaut werden. Starten wollen die Deutschen mit 36.000 Stück pro Jahr, das Volumen soll später wachsen. Größter Konkurrent ist der dortige Marktführer Tata.
Warum er "Bharat" heißt
Ihren neuen Markennamen erklären die Schwaben so: Bharat bedeute in verschiedenen Landessprachen "Indien". Zuletzt wurden laut Daimler pro Jahr in dem Land mit seinen mehr als einer Milliarde Einwohnern rund 283.000 mittlere und schwere Lkw verkauft. "Wir gehen davon aus, dass die indische Lkw-Industrie ihr Volumen bis 2020 verdoppeln wird", sagte Andreas Renschler, Nutzfahrzeugchef im Konzern.
Zetsche hatte Indien wegen der großen Wachstumserwartungen zuletzt bereits als das mögliche nächste China bezeichnet. Das Land sei ein vielversprechender Absatzmarkt für Lkw, sagte auch Professor Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch Gladbach. Weil dort derzeit viel gebaut werde, sei auch die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen groß.