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20.12.2010, 11:00
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Neustart nach der Krise:
Opel feiert erste Erfolge
Noch hat der Rüsselsheimer Hersteller seine Probleme nicht gelöst. Aber eine erste gute Nachricht hat Unternehmenschef Nick Reilly: Die angeschlagene Marke Opel verkauft in diesem Jahr mehr Autos als erwartet. Dem Magazin Capital sagte Reilly, wie er sich Opels Zukunft vorstellt.
von Margret Hucko
und Kristina Gnirke, Hamburg
Dieses silberne Ding will einfach nicht. Opel-Chef Nick Reilly nestelt an seinem grauen Jacket. "Sorry", entschuldigt sich Reilly, während er weiter mit dem Opel-Sticker an seinem Kragen kämpft. Er habe heute morgen einfach vergessen, das Firmenlogo zu fixieren. Nach wenigen Sekunden sitzt der Blitz.
Genau dort, wo Reilly sich die gesamte Marke wieder wünscht: oben, im Fokus der Menschen, glänzend. "Wenn Opel auch in Zukunft Geld verlieren sollte, dann wird GM sich natürlich fragen, ob sich diese Investition weiter lohnt", sagt Reilly entwaffnend offen im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin Capital. "Aber das werden wir durch gute Arbeit und gute Ergebnisse verhindern."
Opel-Chef Reilly: "GM wird sich fragen, ob sich die Investition lohnt"
Einen Opel-Sticker mit wenigen Handgriffen dort zu positionieren, wo er hin soll - ein Kinderspiel. Bei der Marke Opel wird die Neuausrichtung Jahre dauern, und die Erfolgschancen sind ungewiss. In diesem Jahr kündigte der Autobauer an, 1,4 Mrd. Euro Verlust einzufahren. Und das, obwohl er bereits jetzt mit 50.000 Autos über dem angestrebten Jahresabsatz von 1,2 Millionen Fahrzeugen liegt.
"2011 und 2012 werden Opels Schicksalsjahre", prognostiziert Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch Gladbach. 50 zu 50 stünden die Chancen, Opel wieder in die Spur zu bekommen. Durch den Börsengang von
GM sei es für den Autobauer nicht leichter geworden. General Motors will schon lange Ergebnisse sehen - und jetzt auch noch die Aktionäre. Die Zeit drängt.
Neuzulassungen von Opel und Vauxhall weltweit
"Die Bemühungen von Opel gehen derzeit in die richtige Richtung. Sie frischen die Marke auf, die Autos und arbeiten am Marketing", sieht Branchenbeobachter Christoph Stürmer von IHS Automotive den Autobauer auf einem guten Weg. Den Ankündigungen müssen jetzt Taten folgen. Und den Taten die Ergebnisse. Das weiß auch Reilly, der die gravierensten Probleme von Opel offenbar erkannt hat. Die lauten: kein Rückhalt in der Jugend, veraltete Technik, fehlender Zugang zu Schlüsselmärkten.
"Vor allem junge Kunden nehmen wir ins Visier. Mit Meriva und dem geplanten Lifestyle-Auto Junior bieten wir für sie die richtigen Produkte an", wirbt Reilly für den neuen Mini-Van und den kommenden Kleinwagen aus Eisenach. Das ist auch bitter nötig. Gerade bei den Kunden von morgen hat Opel seinen Kredit verspielt.
Unter Jugendlichen rangiert der Rüsselsheimer Autobauer am Ende der Coolness-Skala. Nur 4,3 von über 1100 Befragten zwischen 18 und 25 Jahren interessieren sich für einen Opel als Wagen, heißt es in einer Studie vom Center of Automotive. Selbst die Marken Fiat und Dacia stießen bei den Jugendlichen auf mehr Begeisterung.
Teil 2: Lena und Katie Melua sollen helfen
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Aus der FTD vom 20.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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