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  FTD-Serie: Hoffnungsträger IAA

Fachsimpelei in entsprechend aufpolierter Atmosphäre: Zahlreiche Neuvorstellungen sollen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Glanz verleihen und der zuletzt gebeutelten Automobilbranche neuen Schwung geben. Wir präsentieren Nachrichten, Bilderserien und Hintergründe auf einen Blick.

Merken   Drucken   14.09.2005, 12:13 Schriftgröße: AAA

Opel trotzt schwachem deutschen Automarkt

Opel scheint die Trendwende geschafft zu haben. Der Autobauer verkaufte in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 12.000 Fahrzeuge mehr als im Vorjahreszeitraum. Genaue Ergebniszahlen wollte der Konzern allerdings nicht nennen.
Der neue Opel Astra TwinTop   Der neue Opel Astra TwinTop
Nur so viel: "Opel hat ganz ordentlich verdient", sagte Opel-Chef Hans Demant am Mittwoch auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. "Wir werden eine gute Zahl vorlegen", sagte Demant. Vor allem im Heimatmarkt Deutschland sei die Stimmung gut, das Geschäft in Gesamteuropa laufe nicht ganz so gut.
Eine nachhaltige Belebung auf dem deutschen Automarkt sieht Demant allerdings nicht: "Ich bin der Meinung, dass wir uns etwas vormachen", sagte er. "Es gibt eine allgemeine Kunden-Zurückhaltung." Die politische und wirtschaftliche Lage, die Debatte um Diesel- Partikelfilter und steigende Benzinpreise verunsicherten die Käufer. "Viele Kunden sagen: wir warten mal ab."
Im August waren die Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 11,7 Prozent auf 246.600 Autos gestiegen, im Gesamtjahr ergibt sich bisher ein Plus von 3,3 Prozent. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) geht wegen der positiven Entwicklung seit fünf Monaten davon aus, die Absatzprognose von 3,3 Millionen Pkw für das gesamte Jahr 2005 sicher zu erreichen.
Restrukturierung geht weiter
Opel hat in diesem Jahr nach Worten Demants mit den neuen Modellen Astra und Zafira "ordentlich zugelegt". Von Januar bis Juli habe die Marke 12.000 Autos mehr als im Vorjahreszeitraum verkauft. Der Opel- Marktanteil lag laut Kraftfahrtbundesamt bei 10,5 Prozent. Wann Opel wieder in die schwarzen Zahlen komme, wollte Demant nicht sagen.
Opel-Chef Hans Demant ist optimistisch   Opel-Chef Hans Demant ist optimistisch
Der Konzern habe den schwierigsten Teil bei den Restrukturierungen bereits hinter sich gebracht. Doch der Umbau sei ein "Marathonlauf", so Demant. Mit massiven Zugeständnissen hatten die Opel-Beschäftigten Anfang März nach langwierigen und harten Verhandlungen mit der Führung des US-Mutterkonzerns General Motors die westdeutschen Werke des Traditionsunternehmens gesichert. Beim härtesten Sanierungsprogramm in der Firmengeschichte mussten die Beschäftigten mit dem Abbau von insgesamt rund 9.000 Stellen und Einbußen beim Gehalt hinnehmen. Dafür sind bis Ende 2010 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.
"Super positive Stimmung"
Demant zufolge blickt Opel wieder vorsichtig optimistisch in die Zukunft. In der Verkaufsorganisation sei die Stimmung sogar "super positiv". Bei dem Kompaktvan Zafira, der im Werk Bochum gebaut wird, gebe es jetzt sogar ein "schönes Problem", berichtete der Opel-Chef. "Wir haben so viele Aufträge, dass wir sie in Deutschland gar nicht abarbeiten können." Zusätzliche Zafiras sollen deshalb demnächst in Polen gefertigt werden.
Trotz der Debatte um alternative Antriebe sieht der Opel-Chef keine steigende Nachfrage nach Erdgas-Fahrzeugen. Opel ist in Deutschland mit rund 30 Prozent Marktanteil Spitzenreiter bei Erdgas- Autos. "Es ist nicht so, dass Tausende von Kunden bei den Händlern stehen und Erdgas-Autos kaufen wollen. Die Kunden warten die Entwicklung ab."
Neuzulassungen in Europa legen zu
Der Automarkt hat sich in Europa im August deutlich belebt. Die Pkw-Neuzulassungen stiegen in Gesamteuropa (EU und EFTA) im Vergleich zum August 2004 um 7,5 Prozent auf 894.226 Fahrzeuge, teilte der europäische Herstellerverband ACEA am Mittwoch in Brüssel mit. In Deutschland wurden zwar 11,7 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen, in den ersten acht Monaten fiel die Zahl der Neuzulassungen im Vorjahresvergleich allerdings leicht um 0,5 Prozent auf 10,351 Millionen Fahrzeuge.
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Die großen deutschen Hersteller verbuchten im August allesamt Zugewinne. Am besten schnitt die Volkswagen -Gruppe (VW, Audi, Seat, Skoda) ab, die ihren Marktanteil von 19,4 im Vorjahr auf 21,9 Prozent steigerte. DaimlerChrysler  verbesserte sich von 6,9 auf 7,1 Prozent. Hier machte die Kernmarke Mercedes Boden gut und legte von 5,1 auf 5,7 Prozent zu, während die angeschlagene Kleinwagenmarke Smart Marktanteile einbüßte und von 1,1 auf 0,9 Prozent fiel. Die BMW Gruppe steigerte sich von 5,1 auf 5,3 Prozent.
Federn lassen mussten dagegen die amerikanischen und französischen Autobauer. Die französische Peugeot  Citroën Gruppe hatte im August einen Marktanteil von 13,7 Prozent (14,5), Renault fiel von 9,6 auf 9,0 Prozent zurück. Ford  und General Motors  gaben von 9,3 auf 9,2 beziehungsweise 10,5 auf 9,4 Prozent nach.
Die asiatischen Hersteller konnten ihre Marktanteile weitgehend behaupten. So schnitten Nissan  (2,6 Prozent), Hyundai  (2,3) und Honda  (1,5) unverändert ab. Toyota  (Toyota, Lexus) steigerte sich von 5,3 auf 5,6 Prozent, Kia legte von 1,5 auf 1,9 Prozent zu.
  • FTD.de, 14.09.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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