Eigentlich hätte bei dem Meeting, das am Montag in Österreich stattfand, eine Vorentscheidung zum Einstieg Katars fallen sollen, hieß es. Stattdessen habe Ferdinand Piëch neue Zweifel an dem Geschäft gesät.
Die Hängepartie schwächt Porsche-Chef
Wendelin Wiedeking im Übernahmepoker mit Volkswagen. Wiedeking hatte auf einen raschen Einstieg Katars gehofft, um die Finanznot seines Konzerns zu lindern. Zu dem Familientreffen sei das Management allerdings nicht geladen gewesen, hieß es. So hatte Wiedeking am Montag keine Chance, bei den Eignern erneut für sein Vorhaben zu werben. Wiedeking plant eine Kapitalerhöhung von 4,5 Mrd. bis 5 Mrd. Euro. Die Scheichs sollen mindestens 2 Mrd. Euro beisteuern, die Familien den Rest.
Der Porsche-Vorstand hatte sich bei dem Versuch verhoben, den deutlich größeren VW-Konzern zu kaufen. Zwar besitzen die Schwaben inzwischen rund 51 Prozent an den Wolfsburgern. Im Gegenzug hat Porsche allerdings Schulden von 9 Mrd. Euro angehäuft. Eine zusätzliche finanzielle Belastung könnte den Stuttgartern aus Optionen erwachsen, die sie auf weitere 20 Prozent an Volkswagen besitzen - Porsche fehlt das Geld, um die Optionen wahrzunehmen. Ein Porsche-Sprecher dementierte am Dienstag, dass das Familientreffen stattgefunden habe. "Das ist ein gezieltes Störmanöver", sagte er.
Die Inhaberfamilien Porsche und Piëch - Nachfahren des Gründers Ferdinand Porsche - besitzen derzeit 100 Prozent der Stammaktien. Mit einem Teilverkauf an Katar würden sie ihre Alleinherrschaft erstmals aufgeben. Bislang hatte es so ausgesehen, als unterstützten der Porsche-Clan und Hans Michel Piëch einen raschen Einstieg des Emirats. Bei dem Treffen am Montag habe es dann aber "eine energische Diskussion gegeben", hieß es im Umfeld der Familie. "Die Familien mussten in den letzten 15 Jahren im Grunde keine komplizierte Entscheidung treffen. Sie haben keinen richtigen Entscheidungsprozess etabliert. Auch deswegen wogt es hin und her", sagte ein Verhandlungsteilnehmer.