Beide Emissionshäuser, Nordcapital und Conti, haben bislang keinen Überblick, welche Konsequenzen eine mögliche Pleite der Reederei für ihre Anleger haben könnte. Genehmigt der Central District Court in Seoul das Insolvenzverfahren, müsste Korea Line den Fonds die vereinbarten Charterraten nicht mehr zahlen. Damit könnten diese auch die Bankkredite nicht mehr bedienen. Im schlimmsten Fall würden die Anleger ihr gesamtes investiertes Eigenkapital verlieren.
"Wir müssen abwarten, in welchem Ausmaß ein mögliches Insolvenzverfahren Auswirkungen auf die Charterverträge unserer Schiffe hat", sagt Nordcapital-Sprecherin Stefanie Rother. "Wir sind optimistisch, dass Korea Line schnell wieder aus dem Gläubigerschutz herauskommt und unsere beiden Fonds keine großen Blessuren davontragen", sagt Wolfgang Menzl, Geschäftsführer der Conti-Gruppe. Das Münchner Emissionshaus hat zwei Bulker an Korea Line für sieben Jahre verchartert. In den Fonds Conti Saphir haben Anleger 13 Mio. Euro Eigenkapital eingebracht, beim Conti Selenit sind es 12,9 Mio. Euro.
Auch die Emissionshäuser Hannover Leasing und Lloyd Fonds hatten im Herbst 2008 Fonds geplant, deren Bulker an Korea Line verchartert werden sollten. Wegen des Ausbruchs der Finanzkrise wurden diese jedoch wieder vom Markt genommen. "Von der Zahlungsunfähigkeit von Korea Line ist keiner unserer Anleger betroffen", sagt Andreas Ahlmann, Geschäftsführer der Hannover Leasing. Beim Beteiligungsmodell Flotte 12 von Lloyd Fonds sollten zwei Bulker an Korea Line verchartert werden. "Wir haben den Fonds jedoch aus dem Vertrieb genommen, bevor überhaupt ein Anleger beigetreten war", sagt Unternehmenssprecherin Susanne Maack.