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Der irische Luxusgüterkonzern hat bereits die Investmentbanken
JP Morgan sowie
Cazenove mit der strategischen Beratung und Käufersuche beauftragt. Ein
Waterford-Wedgwood -Sprecher sagte am Sonntag auf Anfrage lediglich: "Wir kommentieren keine Spekulationen."
Rosenthal steckt seit Jahren in einem Umbauprozess, um die Kosten zu senken. Im Geschäftsjahr 2007, das am 31. März 2007 endete, sank der Konzernumsatz um acht Prozent auf 170,1 Mio. Euro, bei 0,6 Mio. Euro Überschuss. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 hat das traditionsreiche Unternehmen mit Sitz in Selb in Nordbayern noch keine Detailzahlen vorgelegt. Vorstandschef Ottmar Küsel hatte vor dem Hintergrund weiterer kostenträchtiger Sanierungsschritte einen Verlust in Aussicht gestellt. In Branchenkreisen wird von einem möglichen Verkaufserlös von 150 bis 200 Mio. Euro für Waterford Wedgwood gesprochen.
Für den irischen Konzern würde ein Rosenthal-Verkauf eine selbst dringend benötigte Kapitalzufuhr bedeuten. Der Konzern schreibt seit 2004 Verluste und ist hoch verschuldet. Der Verkauf von Rosenthal könnte auch durch den Einstieg der US-Investmentbank Lazard bei Waterford Wedgwood über einen 50 Mio. Euro-Kredit sowie das seit November 2007 teilweise neu besetzte Topmanagement mit einem neuen Finanzvorstand beschleunigt worden sein. "Mit Lazard im Verwaltungsrat und neuem Management wird jetzt aufgeräumt", sagte ein Insider. Zuvor hatte der Mehrheitseigner und Verwaltungsratspräsident, der irische Milliardär Anthony O'Reilly, zum Teil mit eigenem Geld dem Unternehmen immer wieder ausgeholfen. Der Konzern kommt vor allem durch Hersteller aus dem asiatischen Raum unter Druck. Auch der schwache Dollar belastet den Ertrag im Exportgeschäft. Etwa 40 Prozent des Konzernumsatzes fällt in Dollar an.
Wie es heißt, haben sich bei Waterford Wedgwood sowohl strategische als auch Finanzinvestoren als Käufer für Rosenthal gemeldet. Auch Privatinvestoren, wie vermögende Familien aus Deutschland, sollen Interesse bekundet haben. Wie es heißt, sind die Rosenthal-Marken wie Rosenthal, Thomas oder Hutschenreuther vor allem in Deutschland und Europa und weniger in Übersee bekannt.
Bei einem Verkauf von Rosenthal wird vermutlich die Börsennotierung eingestellt. Dies ist möglich, weil Waterford Wedgwood neben seinem Kapitalanteil von gut 90 Prozent an Rosenthal sich jüngst eine Option auf weitere 5,67 Prozent gesichert hat. Bei Ausübung der Option käme Waterford Wedgwood auf über 95 Prozent Kapitalanteil und könnte dann die restlichen Kleinaktionäre zwangsweise herausdrängen und die Börsennotierung einstellen.