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Merken   Drucken   25.10.2011, 12:00 Schriftgröße: AAA

PwC-Studie: Wirtschaftskriminalität kostet mehr als den Schaden

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. Dieses alte Sprichwort bekommt für betroffene Unternehmen eine besondere Bedeutung: Die indirekten Folgekosten nach einer Straftat sind meist höher als der Schaden selbst.
Die Zahl der Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland scheint rückläufig, der entstandene Schaden ist dagegen gestiegen. Auf diese kurze Formel lässt sich eine Studie der Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers (PwC) unter deutschen Firmen bringen.
Die Folgekosten bei Straftaten sind höher als der direkte Schaden   Die Folgekosten bei Straftaten sind höher als der direkte Schaden
Die rund 830 Unternehmen, die an der Befragung für die PwC-Studie "Wirtschaftskriminalität 2011" teilgenommen haben, beziffern den Schaden, der ihnen im Durchschnitt entsteht, auf rund 8,4 Mio. Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch 2,8 Mio. Euro weniger.
Gaben in der vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2009 noch 61 Prozent der Unternehmen an, mindestens einmal Opfer von Unterschlagung, Korruption, Industriespionage oder anderen Wirtschaftsdelikten geworden zu sein, meldete diesmal nur gut die Hälfte der Befragten, in den vergangenen zwei Jahren betroffen gewesen zu sein. Die Studie wird seit zehn Jahren durchgeführt.
Folgekosten höher als direkte Schäden
Mittlerweile werden die indirekten Folgekosten der Straftaten deutlich höher bewertet als die direkten Schäden, auch wenn sie nicht klar bezifferbar seien. Die Hälfte der befragten Unternehmen berichtete über eine spürbare Beeinträchtigung ihrer Geschäftsbeziehungen, heißt es in der Studie weiter.
41 Prozent der Befragten nennen 2011 einen gravierenden oder mittelschweren Ansehensverlust als Folge wirtschaftskrimineller Handlungen, im Jahr 2007 waren dies nur 27 Prozent. Zu Beginn der Studienreihe im Jahr 2001 berichteten sogar nur zehn Prozent der befragten Unternehmen über derartige Reputationsschäden. Zwölf Prozent der börsennotierten Unternehmen registrierten nach Bekanntwerden einer Straftat einen merklichen Rückgang ihres Aktienkurses.
Die häufigsten Fälle von Wirtschaftskriminalität entfallen auf Vermögensdelikte wie Betrug und Diebstahl. Insgesamt war demzufolge jedes dritte Unternehmen in dem Untersuchungszeitraum von Betrug, Unterschlagung oder ähnlichen Delikten betroffen. Bei der vorangegangenen Befragung berichteten dies noch 42 Prozent. Auch der Diebstahl vertraulicher Kunden- oder Unternehmensdaten ging zurück, um neun Prozentpunkte auf zwölf Prozent.
"Die Befürchtung, dass infolge der Auswirkungen der Finanzmarktkrise die Zahl der Wettbewerbsdelikte steigen würde, hat sich nicht bewahrheitet", sagt Steffen Salvenmoser von PwC. "Bei unserer Umfrage im Jahr 2009 hatten noch 42 Prozent der Unternehmen diese Sorge geäußert."

Teil 2: Forderungen von Bestechungsgeld nehmen zu

  • FTD.de, 25.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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